Auftaktveranstaltung der NRW Väterkampagne

Bild des Benutzers chefred03
Gespeichert von chefred03 am 29. Juni 2016
Video
29. Juni 2016

Auftaktveranstaltung der NRW Väterkampagne

Am Mittwoch, den 29. Juni, fiel der offizielle Startschuss zur Väterkampagne „Vater ist, was du draus machst!“. Dazu trafen sich Väter, Experten, Arbeitgeber und Journalisten um das Thema Vaterschaft aus ihren jeweiligen Perspektiven zu beleuchten.

 

Mehr als die Hälfte aller Väter mit Kindern unter 18 Jahren wünscht sich eine partnerschaftliche Verteilung von Arbeitszeit und Kinderbetreuung. Dass die tatsächliche Aufgabenverteilung in den meisten Familien dennoch einem recht klassischen Modell folgt, ist weder für die Eltern noch für die Kinder ideal. Bei der Auftaktveranstaltung zur Väterkampagne im Familienministerium in Düsseldorf sprachen Akteure aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft – und natürlich Väter – über die Gründe und Lösungsmöglichkeiten.

Mit der bunten Mischung an geladenen Gästen setzte Familienministerin Christina Kampmann den Rahmen, in dem Veränderungen hin zu einer aktiveren Vaterschaft stattfinden müssen: Die Balance von Erwerbsarbeit und Familienleben ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und für Ministerin Christina Kampmann „eine Frage unserer gesellschaftlichen Zukunft.“

 

Wie sehr der Wunsch zu einer besseren Vereinbarkeit und die Umsetzung in der Realität allerdings auseinanderklaffen, zeigte Dr. David Juncke, Senior Projektleiter beim Beratungsunternehmen Prognos AG. Nach seinen Erkenntnissen ist es den heutigen Vätern ein großes Bedürfnis, deutlich näher an ihrer Familie zu sein, als sie es bei ihren eigenen Vätern erlebt haben. Den Wunsch auch umzusetzen, fällt allerdings schwer.

Väterfreundliche Arbeitsmodelle

Über allem steht die Frage der Zeitverwendung. Nähe und aktives Teilnehmen an den heranwachsenden Kindern sind nur möglich, wenn in der Berufswelt dafür die Voraussetzunge geschaffen werden. Die Sparkasse Münsterland Ost ist da auf einem guten Weg. Ihr stellvertretender Personalleiter Alexander Peitzsch berichtete über den Prozess, bis seine Bank es als ureigenes Interesse erkannte, Vätern flexible Arbeitszeitmodelle anzubieten. Der zunehmende Fachkräftemangel war in seinem Betrieb der Motor, um durch Familienfreundlichkeit auf dem Arbeitsmarkt attraktiver zu werden. Für Christoph Paas, den Mestemacher Spitzenvater 2016, war es im Jahr 2002 ein großes Glück, dass sein Arbeitgeber ihm problemlos Elternzeit und danach flexible Arbeitszeiten ermöglichte. Männer, die sich damals zugunsten der Familie eine berufliche Auszeit nahmen, waren die absolute Ausnahme. Dass Christoph Paas mit seinem Wunsch ernst genommen wurde, rechnet er seinem damaligen Arbeitgeber hoch an.

Väter ernst nehmen

Wie groß der Bedarf von Männern ist, in ihrer Vaterrolle ernst genommen zu werden, beschrieben die beiden Journalisten Mark Bourichter, vom Online-Magazin daddylicious und Marco Krahl vom Print-Magazin DAD. Sie stellen in ihrer Arbeit fest, dass sich Informationsangebote zum Thema Kinder und Familie bislang sehr an die Mütter richten und dabei die Perspektive der Väter zu kurz kommt. Entsprechend hoch ist die Aufmerksamkeit für ihre Medien, die männliche Fragestellungen und Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellen.

Veränderungen finden aber auch im beratenden Angebot für Väter statt. Stephan Buttgereit von der Landesarbeitsgemeinschaft Väterarbeit NRW und Hans-Georg Nelles von der Fachstelle Väterarbeit NRW haben in den letzten Jahren beobachtet, wie sich Institutionen und Organisationen in Nordrhein-Westfalen zunehmend auf Väter einstellen. Das betrifft sowohl die absolute Zahl von Väter-Initiativen als auch die sich zunehmend Vätern zuwendenden Organisationen, die sich mit Familien allgemein auseinandersetzen.

 

 

IHRE MEINUNG IST GEFRAGTKommentare und Fragen

Please login to comment
Login/Register