Aushandeln konkret: Das passende Vereinbarkeitsmodell finden

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Gespeichert von Angelika Främcke am 28. Juni 2017
Kleines Kind geht Hand in Hand mit Mutter und Vater
28. Juni 2017

Aushandeln konkret: Das passende Vereinbarkeitsmodell finden

Beispiele für partnerschaftliche Vereinbarkeitsmodelle

Die gesetzlichen Regelungen zu Elterngeld, Elterngeld Plus und Elternzeit bieten Vätern und Müttern nach der Geburt eines Kindes zahlreiche Möglichkeiten, berufliche und familiäre Aufgaben untereinander aufzuteilen. Aber auch für Eltern von älteren Kindern bieten sich noch viele Chancen, Familie und Beruf partnerschaftlich zu leben. Eine gemeinsam getroffen Entscheidung stellt in jedem Fall die Weichen für eine gute Zukunft mit Zeit für Familie und Beruf.

 

Ein wichtiger erster Schritt: Informieren Sie sich  über die Regelungen zu Elterngeld und Elternzeit und Kinderbetreuungsmöglichkeiten an Ihrem Wohnsitz. Das können Sie entweder über die örtlichen Ansprechpartner in Ihrer Kommune oder Ihrem Kreis tun oder auch übers Internet. Die Links finden Sie in der Spalte rechts. Bei Ihrem Arbeitgeber sollten Sie sich frühzeitig über Angebote zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf erkundigen.

Folgende Fragestellungen können zu Lösungen führen:

  • Wer von uns möchte wann und wie lange eine berufliche Auszeit (Elternzeit) für die häusliche Betreuung und Versorgung des Kindes oder der Kinder nehmen bzw. die Arbeitszeit (zeitweise) reduzieren?
  • Welche Vorstellungen haben wir zur Verteilung der Berufs- und Familienarbeit? Haben wir dabei unsere jeweilige berufliche Entwicklung ausreichend bedacht?
  • Welche finanziellen Mittel brauchen wir monatlich? Wie können diese durch Elterngeld und/oder Erwerbseinkommen bzw. andere finanzielle Unterstützung sichergestellt werden?
  • Ab wann möchten wir einen Kinderbetreuungsplatz in einer Kita bzw. bei einer Kindertagespflege in Anspruch nehmen? Wie können wir dort eine gute Eingewöhnung unseres Kindes gewährleisten?
  • Mit wem müssen wir Absprachen treffen (z. B. Arbeitgeber bzw. Arbeitgeberin)?
  • Welche unterschiedlichen Unterstützungsangebote sind durch den Arbeitgeber denkbar?

Elternzeit- und Elterngeldplanung – Beispiele für partnerschaftliche Vereinbarkeitsmodelle

Benötigen Sie noch konkrete Anregungen für Ihre Elternzeit- und Elterngeldplanung? Basiselterngeld, Elterngeld Plus und Partnerschaftsbonus fördern Partnerschaftlichkeit auf verschiedene Weise. Hier ein paar Beispiele:

Beispiel 1: Vater und Mutter nehmen zeitgleich für maximal sieben Monate Basiselterngeld in Anspruch. Das ermöglicht es, sich intensiv auf die Familienzeit einzulassen und gemeinsam Routine bei der Betreuung und Versorgung des Kindes zu gewinnen.

Beispiel 2: Im „Phasenmodell“ können Eltern die Verantwortungsbereiche nach einer gewissen Zeit wechseln. Beispielsweise ist die Mutter in den ersten sieben Monaten im Elterngeldbezug und für die Versorgung des Kindes verantwortlich, während der Vater erwerbstätig ist. Und in den folgenden sieben Monaten übernimmt der Vater die Familienaufgaben während seines Elterngeldbezuges und die Mutter ist berufstätig.

Beispiel 3: Die Mutter nimmt zwölf Monate Basiselterngeld und der Vater im Anschluss die verbleibenden zwei Elterngeldmonate, damit die Mutter nach ihrer Familienphase in den Beruf zurückkehren kann.

Beispiel 4: Mit Elterngeld Plus und Partnerschaftsbonus können sich Mutter und Vater über einen längeren Zeitraum Familienaufgaben Erwerbsarbeit teilen. Aus einem Basiselterngeldmonat werden zwei Elterngeld Plus-Monate mit maximal der Hälfte des Elterngeldes, so lässt sich mit Elterngeld Plus die Bezugsdauer verdoppeln. Den Partnerschaftsbonus von vier zusätzlichen Elterngeld Plus-Monaten erhalten Eltern, wenn sie beide für mindestens vier aufeinanderfolgende Lebensmonate des Kindes gleichzeitig zwischen 25 und 30 Wochenstunden erwerbstätig sind.

Flexible Unternehmensangebote nach Familienphase nutzen

Auch im Anschluss an eine mit Elterngeld unterstützte Familienphase bestehen verschiedene Möglichkeiten, wie Väter und Mütter die Aufgaben in Beruf und Familie partnerschaftlich aufteilen können. Unternehmensangebote zur flexiblen zeitlichen und räumlichen Arbeitsgestaltung wie Gleitzeit, Vertrauensarbeitszeit, Zeitwertkonten, Home Office, Job Sharing oder Teilzeitmodelle unterstützen Familien mit älteren Kindern bei ihrer individuellen Lebensplanung. Erkundigen Sie sich nach den konkreten Möglichkeiten in Ihrem Betrieb und suchen Sie rechtzeitig das Gespräch mit Ihren Vorgesetzten, um eine für Sie passende Vereinbarkeitslösung auszuhandeln.
 

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