Bewegte Zeiten für Väter

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10. Februar 2017

Bewegte Zeiten für Väter

Fachkongress vom 1. Februar 2017 – ein Bericht

Der Trend zur aktiven Vaterschaft setzt sich fort. Das zeigte der Fachkongress „Bewegte Zeiten für Väter“. Über 250 Interessierte kamen am 1. Februar 2017 auf Einladung des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen (MFKJKS) nach Bielefeld. Namhafte Expertinnen und Experten gaben Impulse zu väterspezifischen Aspekten in Familie und Arbeitswelt. Familienministerin Christina Kampmann erklärte in ihrer Keynote: „Wir brauchen mehr Familienzeit für Väter.“

 

Flexible Arbeitsmodelle, partnerschaftliche Aufgabenteilung, väterbewusste Unternehmenskultur, Väternetzwerke – welche Faktoren können dazu beitragen, die Rolle von Vätern, die eine aktive Vaterschaft leben wollen, zu stärken? Mit dem Fachkongress „Bewegte Zeiten für Väter“ möchte das MFKJKS die aktuellen väter- und familienpolitischen Aspekte aufgreifen und die Väterarbeit in Nordrhein-Westfalen nachhaltig unterstützen.

Zum Auftakt der Fachtagung zeichnete Andreas Steinle, Trend- und Zukunftsforscher, die schon jetzt wahrnehmbaren Entwicklungen nach, die zukünftig unsere Gesellschaft verändern werden. Die aktiven Väter von heute und morgen bewegen sich zwischen den Megatrends „Selbst-Design“ und „Rollenflexibilität“. Allerdings stehen viele Väter aktuell noch zwischen dem traditionellen Ideal eines beruflich erfolgreichen Familienernährers und dem Wunsch, die Vaterrolle noch aktiver wahrnehmen zu können.

Vatersein – wir leben das einfach

„Um an der Entwicklung eines Kindes intensiver teilzuhaben, wünschen sich viele Väter mehr Zeit mit dem Kind und fordern diese auch offensiv ein. In den Gesprächen, die ich mit Vätern und Unternehmen führe, erlebe ich echte Aufbruchstimmung“, sagte Familienministerin Christina Kampmann in ihrem Vortrag. Gemeinsam mit Andreas Steinle, Robert Franken, Berater Digital & Diversity, und dem Moderator Dr. Thomas Guntermann ging sie anschließend der Frage nach: Wer sind die neuen Väter und was wollen sie? Die Kongressbesucherinnen und -besucher beteiligten sich an dem Austausch sowohl „digital“ über die veranstaltungsinterne WhatsApp-Gruppe als auch „analog“ per Wortmeldung.

Väter wollen für ihre Kinder da sein, mit der Partnerin gemeinsam zum Wohle der Kinder agieren, beruflich gute Arbeit leisten und auch Spaß dabei haben. Sie sind authentisch, verantwortungsbewusst, humorvoll und fair – und setzen derzeit etwas in Bewegung nach dem Motto „Wir leben das einfach“. Die Diskussion machte deutlich, welche gesellschaftlichen Themen von der Väterbewegung tangiert werden: Lohngerechtigkeit, familienbewusste Personalpolitik, partnerschaftliche Elternschaft, Rollenbilder, Kinderbetreuungslösungen und vieles mehr.  

 

Informativ, interaktiv, inspirierend

Der Fachkongress bot den Teilnehmern und Teilnehmerinnen Gelegenheit, sich von den Panel-Vorträgen namhafter Wissenschaftlerinnen bzw. Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz anregen zu lassen. Themeninseln luden zum Austausch ein. Wie Männer ihre aktive Vaterschaft individuell leben, spiegelt sich in den Porträts der Video-Reihe „Vätersache“ wider, die im Rahmen der Veranstaltung erstmals präsentiert wurde. Der 5-Sterne-Redner und Inspirator Norman Gräter war so beeindruckt von einem Statement aus den Videoporträts, dass er – wie er dem Publikum berichtete – spontan den Inhalt seiner Keynote am Nachmittag änderte. In Denkwerkstätten konnten alle aktiv werden und zielgerichtet zu den Themen „Gelingende Partnerschaft“, „Arbeit der Zukunft“, „Väter und Vereinbarkeitswünsche“ und „Netzwerke für Väter“ gemeinsam mit den Impulsgebenden diskutieren und Lösungsansätze erarbeiten.

„Was hat Sie besonders bewegt?“ – Das sagen Teilnehmer und Teilnehmerinnen

Björn Nienz, Vätertreff Dortmund: "Das Konzept der Veranstaltung war sehr gelungen. Super war, dass wir als Teilnehmer unsere Perspektiven einbringen konnten. Auch wenn erst ganz am Schluss die Zeit dafür war: Ich habe neue Leute kennengelernt, die auch im Väterthema unterwegs sind, und konnte mich vernetzen."
 
Rüdiger Dreier, Caritasverband für die Stadt Münster e.V.: "Mich hat die Rede der Ministerin beeindruckt. Sie lebt das Thema, sie will was für uns Väter tun. Die Inhalte der Veranstaltung haben mich noch einmal darin bestätigt: Wenn ich ein guter Vater sein will, dann sollte das auch gleichzeitig mit einer partnerschaftlichen Elternschaft einhergehen."
 
Christof Birkendorf, Vätertreff Dortmund: "Mir hat die Denkwerkstatt „Gelingende Partnerschaft“ sehr gut gefallen. Die Referenten Ansgar Röhrbein und Björn Süfke haben das schwierige Thema Partnerschaft mit Humor und viel Wissen präsentiert. Ich nehme zahlreiche Impulse mit – beruflich wie auch privat. Ich werde in jedem Fall auch anderen davon berichten, zum Beispiel im Dortmunder Vätertreff oder auch in der Schule, in der ich tätig bin."
 
Tobias Trittschack, Sozialdienst Katholischer Frauen e.V.: "Ich sehe mich als „Feminist“ bestärkt. Es war klasse, wie der Referent Robert Franken etwas provokativer an die Sache herangeht und sich dafür einsetzt, dass es in unserer Gesellschaft als selbstverständlich anerkannt wird, dass Väter sich aktiv in Familie und Haushalt engagieren."
 
Susanne Vidal, Gleichstellungsbeauftragte der Agentur für Arbeit Köln: "Ich plane, im nächsten Jahr einen Workshop für Väter bei uns im Unternehmen anzubieten, um das Thema Vereinbarkeit und Väter präsenter zu machen. Ich habe auf diesem Fachkongress zahlreiche Impulse dafür erhalten. Toll!"
 

 

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