Breit aufgestellt: Jungenarbeit im Netzwerk

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Gespeichert von chefredakteur am 27. Mai 2016
Junge, im Hintergrund weitere Jugendliche

Breit aufgestellt: Jungenarbeit im Netzwerk

NETZWERKE

Die Erfahrung zeigt: Jungen lassen sich leichter erreichen, wenn Angebote sie geschlechterspezifisch ansprechen. Dazu braucht es Methoden und Konzepte, die von Beratungsstellen und Sportvereinen, Jugendhäusern und pädagogischen Fachkräften nicht immer selbst entwickelt werden können. Die LAG Jungenarbeit NRW bietet eine Plattform zum Austausch und zur Diskussion über fundierte Jungenarbeit.

 

Kernaufgabe von Jungenarbeit ist es, Jungen und junge Männer in ihren Lebenswelten wahrzunehmen, ihre Geschlechterbilder zu erweitern und letztlich eine Gleichstellung der Geschlechter zu erreichen. Jungen sollen sich zu emotional lebendigen, sozial verantwortlichen und reflexiven Persönlichkeiten entwickeln können. Dabei unterstützt die Landesarbeitsgemeinschaft Jungenarbeit NRW Institutionen und Fachkräfte, die vor Ort Jungenarbeit leisten. Als zentrale landesweite Anlaufstelle stellt sie aufbereitete Informationen aus der Wissenschaft oder Praxisdokumentationen zur Verfügung und berät bei der Planung und Weiterentwicklung von geschlechterbezogenen Angeboten. Gemeinsam mit Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe entwickelt die LAG Themen wie Partizipation, Interkulturalität, Sexualpädagogik, Drogenmissbrauch oder Mediennutzung so, das sie Jungen und junge Männer tatsächlich erreichen.

Hilfestellung für die Praxis

„Wir stellen fest, dass viele Institutionen großen Bedarf an Qualifizierung, Beratung und Materialien für die Jungenarbeit haben“, sagt Sandro Dell'Anna, Geschäftsführender Fachreferent der Landesarbeitsgemeinschaft Jungenarbeit NRW. So wird etwa das Material- und Methodenset Starter Kit von Jugendtreffs, Schulen oder Jugendämtern eingesetzt, um mit Jungen spielerisch in das Thema Zukunfts- und Lebensplanung einzusteigen. Das Set junge liebe – mehr als sechs mal sex eignet sich als Einstieg in die sexualpädagogische Jungenarbeit.

Für Mitarbeiter von Jugendhilfeorganisationen hat die LAG auch theoretisches Handwerkszeug parat: In Seminaren vermittelt die LAG jungenspezifisches Wissen und qualifiziert so unter anderem Sozialpädagogen zu Jungenarbeitern. Dabei geht es beispielsweise darum, was Geschlechterpädagogik eigentlich bedeutet oder wie sich Projekte speziell für Jungs entwickeln lassen. Darüber hinaus vertritt die LAG die Interessen der rund 100 Mitgliedsinstitutionen und etwa 50 Arbeitskreise auch auf landespolitischer Ebene: Beratend und mit Lobbyarbeit setzt sie sich hier für die Verankerung von Jungenarbeit als Querschnittsaufgabe ein.

Die Stärken des Netzwerks nutzen

Für die eingebundenen Organisationen ist der produktive Austausch im Netzwerk der LAG ein wesentlicher Beitrittsgrund. „Unsere Mitglieder profitieren davon, dass bei uns Fachleute aus der Wissenschaft und aus der Praxis zusammentreffen. Hier Projekte in der Planungsphase vorzustellen, hilft, die eigene Arbeit besser einzuschätzen“, sagt Sandro Dell'Anna über die Chancen des LAG-Netzwerks. Wie fruchtbar so ein Austausch sein kann, zeigt das Projekt juPa.pa! (Junge Papas packen es!) des Vereins Väter in Köln e. V. Das Projekt berät und unterstützt sogenannte Teenager-Väter, also Jugendliche, die unverhofft ein Kind bekommen. Im Sommer 2015 stellte Mitinitiator Theo Brocks seine Ideen für JuPa.pa! während der Jahreshauptversammlung den LAG-Mitgliedern vor. „Die Impulse und die Diskussionen mit den versammelten Fachleuten waren für unser Projekt sehr wertvoll“, sagt Theo Brocks rückblickend. „Und für die anderen Mitglieder der LAG war es bestimmt interessant, mal den Blick darauf zu richten, dass auch Jungs Väter werden.“

(vaeter.nrw)

Text aktualisiert am 11.06.2016

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