Düsseldorfer Tabelle

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Geldscheine und Richterhammer
16. Januar 2017

Düsseldorfer Tabelle 2017 – Was verändert sich, was bleibt?

Kindesunterhalt

Bei der Frage, wie viel Geld ein barunterhaltspflichtiger Elternteil nach einer Trennung bzw. Scheidung für das gemeinsame Kind zahlen muss, wird fast immer auf die Düsseldorfer Tabelle verwiesen. Diese gilt als Leitlinie für Gerichte bei der Festlegung des Unterhaltsbedarfs. Sie wird von Richterinnen und Richtern der Familiensenate der Oberlandesgerichte (OLG) Düsseldorf, Köln, Hamm und der Unterhaltskommission des Deutschen Familiengerichtstages e.V. sowie auf Grundlage einer Umfrage bei den übrigen Oberlandesgerichten regelmäßig neu gefasst.

 

Die Düsseldorfer Tabelle gibt Auskunft über die Höhe des Kindesunterhalts auf der Grundlage von drei bzw. vier Altersstufen und zehn Einkommengruppen. Sie baut auf dem gesetzlichen Mindestunterhalt auf. Ziel ist es, die Unterhaltsrechtsprechung der Familiengerichte in Bezug auf den Kindesunterhalt zu standardisieren und damit individuell gerechter zu gestalten. Nach entsprechenden Vereinbarungen der Oberlandesgerichte kann die Düsseldorfer Tabelle für ganz Deutschland angewendet werden. Ergänzend kommen Leitlinien einzelner Oberlandesgerichte zur Anwendung.  

Neue Unterhaltssätze seit 2017

Der Mindestunterhalt für minderjährige Kinder wurde zum 1. Januar 2017 angehoben. In der ersten Altersstufe bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres beträgt er statt bisher 335 € nun 342 € monatlich. Für ein Kind der zweiten Altersstufe bis zur Vollendung des zwölften Lebensjahres erhöht sich der Satz von 384 € auf 393 € im Monat. In der dritten Altersstufe vom 13. Lebensjahr bis zur Volljährigkeit müssen statt wie bisher 450 € nun 460 € monatlich gezahlt werden. Der Unterhalt volljähriger Kinder (vierte Altersstufe) steigt von 516 € auf 527 € jeden Monat.

Die Erhöhung des Mindestunterhalts führt auch zur Änderung der Unterhaltssätze der zweiten bis zehnten Einkommensgruppe der Düsseldorfer Tabelle in allen vier Altersstufen. Wie in der Vergangenheit wurden die Bedarfssätze in der zweiten bis fünften Einkommensgruppe um je fünf Prozent und von der sechsten bis zehnten Einkommensgruppe um je acht Prozent erhöht.

Zahlbetrag: Kindergeld wird auf Unterhaltssatz angerechnet

Auf den Unterhaltsbedarf des Kindes ist nach § 1612 b BGB das Kindergeld anzurechnen: Bei minderjährigen Kindern wird das hälftige Kindergeld in Abzug gebracht, bei Volljährigen das volle Kindergeld. Ab dem 1. Januar 2017 beträgt das Kindergeld für das erste und zweite Kind 192 €, für das dritte Kind 198 € und ab dem vierten Kind 223 €. Im Anhang der Düsseldorfer Tabelle sind die „Zahlbetragstabellen“ zu finden. Sie weisen den nach Abzug des hälftigen bzw. vollen Kindergeldes zu zahlenden Unterhalt aus.

Selbstbehalt bleibt unverändert

Unterhaltspflichtige haben Anspruch auf einen notwendigen Eigenbedarf (Selbstbehalt), der ihm bzw. ihr nach Abzug des geschuldeten Unterhalts mindestens verbleiben muss. Die Höhe des Selbstbehalts ist in der Düsseldorfer Tabelle 2017 unverändert.

Der Selbstbehalt eines erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen gegenüber minderjährigen sowie volljährigen unverheirateten Kindern bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres in allgemeiner Schulausbildung beträgt monatlich 1.080 €. Ist der Unterhaltsverpflichtete nicht erwerbstätig, sind es 880 € im Monat. Darin sind bis 380 € für Unterkunft einschließlich umlagefähiger Nebenkosten und Heizung (Warmmiete) berücksichtigt. Wenn die Wohnkosten (Warmmiete) den ausgewiesenen Betrag überschreiten und nicht unangemessen sind, soll der Selbstbehalt steigen.

Weitere Details, zum Beispiel zum Unterhalt für studierende Kinder, sind in den Anmerkungen zur Tabelle zu finden.

Die nächste Änderung der Düsseldorfer Tabelle wird voraussichtlich zum 1. Januar 2018 erfolgen.
 

Text aktualisiert am 12. Januar 2017

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