Düsseldorfer Tabelle

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Geldscheine und Richterhammer
27. Dezember 2017

Düsseldorfer Tabelle 2018 – Was verändert sich, was bleibt?

Kindesunterhalt

Bei der Frage, wie viel Geld ein barunterhaltspflichtiger Elternteil nach einer Trennung bzw. Scheidung für das gemeinsame Kind zahlen muss, wird fast immer auf die Düsseldorfer Tabelle verwiesen. Diese gilt als Leitlinie für Gerichte bei der Festlegung des Unterhaltsbedarfs. Sie wird von Richterinnen und Richtern der Familiensenate der Oberlandesgerichte (OLG) Düsseldorf, Köln, Hamm und der Unterhaltskommission des Deutschen Familiengerichtstages e.V. sowie auf Grundlage einer Umfrage bei den übrigen Oberlandesgerichten regelmäßig neu gefasst.

 

Bei der Frage, wie viel Geld ein barunterhaltspflichtiger Elternteil nach einer Trennung bzw. Scheidung für das gemeinsame Kind zahlen muss, wird fast immer auf die Düsseldorfer Tabelle verwiesen. Diese gilt als Leitlinie für Gerichte bei der Festlegung des Unterhaltsbedarfs. Sie wird von Richterinnen und Richtern der Familiensenate der Oberlandesgerichte (OLG) Düsseldorf, Köln, Hamm und der Unterhaltskommission des Deutschen Familiengerichtstages e.V. sowie auf Grundlage einer Umfrage bei den übrigen Oberlandesgerichten regelmäßig neu gefasst.

Die Düsseldorfer Tabelle gibt Auskunft über die Höhe des Kindesunterhalts auf der Grundlage von drei bzw. vier Altersstufen und zehn Einkommensgruppen. Sie baut auf dem gesetzlichen Mindestunterhalt auf. Ziel ist es, die Unterhaltsrechtsprechung der Familiengerichte in Bezug auf den Kindesunterhalt zu standardisieren und damit individuell gerechter zu gestalten. Nach entsprechenden Vereinbarungen der Oberlandesgerichte kann die Düsseldorfer Tabelle für ganz Deutschland angewendet werden. Ergänzend kommen Leitlinien einzelner Oberlandesgerichte zur Anwendung.  

Neue Unterhaltssätze seit 2018

Der Mindestunterhalt für minderjährige Kinder wurde zum 1. Januar 2018 angehoben. In der ersten Altersstufe bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres beträgt er statt bisher 342 Euro nun 348 Euro monatlich. Für ein Kind der zweiten Altersstufe bis zur Vollendung des zwölften Lebensjahres erhöht sich der Satz von 393 Euro auf 399 Euro im Monat. In der dritten Altersstufe vom 13. Lebensjahr bis zur Volljährigkeit beträgt er statt bisher 460 Euro nun 467 Euro monatlich. Der Mindestunterhalt für volljährige Kinder (vierte Altersstufe) beträgt unverändert 527 Euro jeden Monat.

Die Erhöhung des Mindestunterhalts führt auch zur Änderung der Unterhaltssätze der zweiten bis zehnten Einkommensgruppe der Düsseldorfer Tabelle in den ersten drei Altersstufen. Wie in der Vergangenheit wurden die Bedarfssätze in der zweiten bis fünften Einkommensgruppe um je fünf Prozent und von der sechsten bis zehnten Einkommensgruppe um je acht Prozent erhöht. Demgegenüber bleibt die Düsseldorfer Tabelle hinsichtlich des Bedarfes volljähriger Kinder in 2018 unverändert, um eine überproportionale Erhöhung des Bedarfes des volljährigen Kindes, das noch im Haushalt eines Elternteiles lebt, im Verhältnis zu dem Bedarf eines allein lebenden Erwachsenen zu vermeiden.

Erstmals seit 2008 wurden auch die Einkommensgruppen angehoben. Die Tabelle beginnt daher ab 01. Januar 2018 mit einem bereinigten Nettoeinkommen von "bis 1.900 Euro" statt bisher "bis 1.500 Euro" und endet mit "bis 5.500 Euro" statt bisher "bis 5.100 Euro". Auch der sogenannte Bedarfskontrollbetrag, der eine ausgewogene Verteilung des Einkommens zwischen dem Unterhaltspflichtigen und den Unterhaltsberechtigten gewährleisten soll, steigt im Jahre 2018 an. In der ersten Einkommensgruppe entspricht der Bedarfskontrollbetrag dem notwendigen Selbstbehalt. In der zweiten Einkommensgruppe wird der Bedarfskontrollbetrag von bisher 1.180 Euro auf 1.300 Euro angehoben. In den folgenden Einkommensgruppen steigt er wie bisher um jeweils 100 Euro.
Der ausbildungsbedingte Mehrbedarf erhöht sich von 90 Euro auf 100 Euro.

Zahlbetrag: Kindergeld wird auf Unterhaltssatz angerechnet

Auf den Unterhaltsbedarf des Kindes ist nach § 1612 b BGB das Kindergeld anzurechnen: Bei minderjährigen Kindern wird in der Regel das hälftige Kindergeld in Abzug gebracht, bei Volljährigen das volle Kindergeld. Ab dem 1. Januar 2018 beträgt das Kindergeld für das erste und zweite Kind 194 Euro, für das dritte Kind 200 Euro und ab dem vierten Kind 225 Euro. Im Anhang der Düsseldorfer Tabelle sind die „Zahlbetragstabellen“ zu finden. Sie weisen den nach Abzug des hälftigen bzw. vollen Kindergeldes zu zahlenden Unterhalt aus.

Selbstbehalt bleibt unverändert

Unterhaltspflichtige haben Anspruch auf einen notwendigen Eigenbedarf (Selbstbehalt), der ihm bzw. ihr nach Abzug des geschuldeten Unterhalts mindestens verbleiben muss. Die Höhe des Selbstbehalts ist in der Düsseldorfer Tabelle 2018 unverändert.
Der Selbstbehalt eines erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen gegenüber minderjährigen sowie volljährigen unverheirateten Kindern bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres in allgemeiner Schulausbildung beträgt monatlich 1.080 Euro. Ist der Unterhaltsverpflichtete nicht erwerbstätig, sind es 880 Euro im Monat. Darin sind bis 380 Euro für Unterkunft einschließlich umlagefähiger Nebenkosten und Heizung (Warmmiete) berücksichtigt. Wenn die Wohnkosten (Warmmiete) den ausgewiesenen Betrag überschreiten und nicht unangemessen sind, soll der Selbstbehalt steigen.

Weitere Details, zum Beispiel zum Unterhalt für studierende Kinder, sind in den Anmerkungen zur Tabelle zu finden.
Die nächste Änderung der Düsseldorfer Tabelle wird voraussichtlich zum 1. Januar 2019 erfolgen.

Text aktualisiert am 27.12.2017

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