Ein bisschen exotisch

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Gespeichert von chefredakteur am 10. Mai 2016
Vater und Kind im Swimmingpool

Ein bisschen exotisch

Für Alleinerziehende zählt ein starkes Netzwerk um den Alltag zu meistern

Auch wenn man Vaterfamilien mittlerweile in allen gesellschaftlichen Schichten findet und sie medial präsent sind – sie machen nur einen Bruchteil aller Einelternfamilien aus. Exotisch macht sie aber nur ihre geringe Zahl, ihr Alltag gleicht dem alleinerziehender Mütter.

 

Nur rund 15 Prozent der 2,7 Millionen Alleinerziehenden in Deutschland sind Väter (Mikrozensus 2014). Auch in NRW handelt es sich bei den Alleinerziehenden mehrheitlich um Frauen: Im Jahr 2012 lebten in NRW 343.000 Alleinerziehende mit Kindern unter 18 Jahren, davon waren 36.000 Männer. Aber haben es alleinerziehende Väter schwerer? Auf dem Arbeitsmarkt sei das kein Problem, sagt Nicola Berkhoff vom Verband allein erziehender Mütter und Väter in NRW. "Meist sitzen die Männer beruflich relativ fest im Sattel." Außerdem ist die Betreuungssituation durch Schule und Kindergarten besser geworden.

Kleine und große Herausforderungen

Das A und O ist ein unterstützendes Netzwerk, damit die Vater-Kind-Familie auch in schwierigen Situationen funktioniert. Da können ganz normale Dinge wie die beginnende Pubertät der Tochter einen Single-Papa schon mal ins Schwitzen bringen: Der alleinerziehende Vater Thorsten Ising steht vor dem Problem, dass seine Tochter ihre Fragen rund um das Thema Pubertät nicht mit ihm besprechen möchte. In solchen Fällen springt dann die Oma ein. Aber auch das kleine Alltagsmanagement gilt es zu meistern, die Fahrt zum Sportverein ebenso wie die Betreuung in den Ferienzeiten.

Alleinerziehende Väter kämpfen gegen manche Vorurteile. Aber ihnen wird auch Respekt und Anerkennung entgegengebracht, weil sie ein modernes Vaterbild leben. Männer, die sich bewusst auf diese Rolle einlassen und Hauptbezugsperson für ihre Kinder sind, empfinden die enge Bindung als großen Gewinn. Und: Sie entdecken oft ungeahnte Fähigkeiten an sich.

Unterstützung in der Region finden

"Für Mütter und Väter gleichermaßen gibt es zahlreiche Hilfsangebote im Alltag oder in Problemsituationen", sagt Sandra Stövesand von FABEL, FAmilienBEtreuung Lippe. FABEL selbst bietet Angestellten unter anderem Unterstützung bei der Betreuung der Kinder, in der Schwangerschaft aber auch bei Anträgen von Elterngeld und Elternzeit an. Und FABEL ist nur ein Netzwerk von vielen in Nordrhein-Westfalen, das Vätern in ganz praktischen Dingen hilft: So kann Ersatz für die erkrankte Tagesmutter organisiert werden oder Betreuung in der Ferienzeit. Wenn es möglich ist, sollten alleinerziehende Väter sich Kinderbetreuung möglichst auch in Rand- und Ferienzeiten oder bei familiären Notsituationen besorgen. Auch Hilfe im Haushalt kann gut angelegtes Geld sein. Väter können sich in der frei werdenden Zeit um ihr berufliches Weiterkommen kümmern oder einfach mal ausspannen. Das nützt ihnen persönlich und auch den Kindern am meisten.

(vaeter.nrw)

 

Text aktualisiert am 25. Mai 2016



 

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