Gut gerüstet für Schwangerschaft, Geburt und Babyzeit

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Gespeichert von chefredakteur am 22. Juni 2016
Mann hält ein Buch in der Hand

Gut gerüstet für Schwangerschaft, Geburt und Babyzeit

Tipps

„Wir sind schwanger!“ verkünden werdenden Eltern. Doch während die Frau die Veränderung am eigenen Leib spürt, bleibt für den Mann das bevorstehende Ereignis oft abstrakt. Umso wichtiger ist für ihn die aktive Auseinandersetzung mit Schwangerschaft und Geburt. Eine gute Vorbereitung schafft Sicherheit und lässt – zwar nicht den Babybauch – die Vorfreude wachsen.

 

Schwangerschaft

  • Informieren Sie sich darüber, was es während der Schwangerschaft, bei der Geburt und in der ersten Zeit mit Kind zu bedenken gibt. Überlassen Sie das nicht allein Ihrer Partnerin und lesen Sie z. B. ein Buch für werdende Väter.
  • Begleiten Sie Ihre Partnerin zu Vorsorgeuntersuchungen.
  • Entscheiden Sie gemeinsam, wo Ihr Kind zur Welt kommen soll.
  • Buchen Sie, wenn möglich, ein Familienzimmer in der Geburtsklinik.
  • Gehen Sie gemeinsam zu einem Geburtsvorbereitungskurs für Paare! Ideal sind Kurse, die gleichermaßen auf Mütter und Väter eingehen, am besten mit einem männlichen Co-Leiter.
  • Richten Sie sich zu Hause auf Ihr Kind ein – dabei muss es nicht gleich ein neues Kinderzimmer sein. 

Geburt

  • Aus Geburtsvorbereitungskursen und Büchern (z. B. "Das Papa-Handbuch" von Richter & Schäfer 2005) erfahren Sie, wie Sie Ihre Partnerin unterstützen können.
  • Sprechen Sie mit Ihrer Partnerin über Ihre gegenseitigen Erwartungen und Wünsche für die Geburt.
  • Stellen Sie sich darauf ein, nicht alles Abgesprochene auch umsetzen zu können.
  • Versuchen Sie, flexibel Urlaub zu bekommen.
  • Fahren Sie den Weg zum Geburtsort vorher schon einmal ab oder überlegen Sie, ob Sie sich gegebenenfalls ein Taxi nehmen.
  • Packen Sie auch für sich selbst einen kleinen Snack in die Kliniktasche.
  • Schreie und andere Schmerzensäußerungen in der Geburtssituation sind normal und kein Ausdruck von Schwäche, sondern der ungeheuren Kraft, die Ihre Partnerin gerade mobilisiert.
  • Ermutigen Sie Ihre Partnerin, fragen Sie sie nach Ihren Bedürfnissen oder bieten Sie ihr z. B. eine Massage an.
  • Fühlen Sie sich nicht verletzt, wenn Ihre Partnerin Ihre Hilfe unter der Geburt zurückweist. In dieser Ausnahmesituation kann Sie heftiger reagieren als sonst.
  • Nutzen Sie die wichtige erste Zeit direkt nach der Geburt, um Kontakt zu Ihrem Kind und Ihrer Partnerin aufzubauen.

 Vom Paar zum Trio

  • Nehmen Sie sich nach der Geburt möglichst viel Zeit.
  • Vermeiden Sie Stress im Wochenbett.
  • Bitten Sie Verwandte und Freunde um Unterstützung im Haushalt für die ersten Tage nach der Geburt, damit Sie, Ihre Partnerin und das Kind ausreichend Zeit haben, sich kennenzulernen.
  • Überlegen Sie mit Ihrer Partnerin, wer sie wann und wie lange besuchen darf.
  • Sprechen Sie mit Ihrer Partnerin Ihre Aufgaben- und Zeitverteilung ab – möglichst schon vor der Geburt.
  • Übernehmen Sie aktiv feste Aufgaben für Ihr Kind – so lernen Sie es besser kennen.
  • Verlieren Sie bei allem Elternglück und Elternstress Ihre Partnerschaft nicht aus dem Blick.
  • Gegenseitige Wertschätzung, Lob und Anerkennung oder auch mal eine kleine Aufmerksamkeit helfen, stressige Zeiten zu überstehen.
  • Seien Sie offen und erfinderisch, was Ihre gemeinsame Sexualität nach der Geburt angeht. Es kann nach einer Geburt sehr lange dauern, bis frisch gebackene Mütter und Väter sich in ihrem Lust-Level wieder einander annähern. Zwanglose Einladungen helfen hier mehr als Vorwürfe und Rückzug. 

(Selbst-)Wahrnehmung

  • Achten Sie bei aller Sorge und Fürsorge um Mutter und Kind auch auf sich selbst: Wie geht es Ihnen mit Ihren neuen Aufgaben und in Ihrer neuen Rolle?
  • Schaffen Sie sich exklusiven Raum und Zeit für Ihr Kind. Finden Sie Ihren eigenen Weg im Umgang mit Ihrem Kind. Seien Sie Vater, nicht die „bessere Mutter“.
  • Achten Sie auf Ihre Gefühle: Neid, Eifersucht, das Gefühl der Zurücksetzung sind Zustände, die viele Väter kennen. Sprechen Sie mit Freunden und Ihrer Partnerin darüber. Unterdrückte Gefühle sind häufig die Ursache von Streit, Aggression und Gewalt.
  • Suchen Sie sich gegebenenfalls auch professionelle Unterstützung – das ist ein Zeichen von Stärke, nicht von Schwäche! Oft hilft der neutrale Blick von außen, einen Weg aus scheinbar verfahrenen Situationen zu finden.
 Text aktualisiert am 22. Juni 2016

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