Gut vorbereitet in den Job

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Gespeichert von chefredakteur am 18. Mai 2016
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Gut vorbereitet in den Job

Berufswahl

Welcher Beruf passt zu mir? Vor dieser Frage steht jeder Jugendliche, wenn sich die Schulzeit dem Ende nähert. Damit die Antwort leicht fällt, sollten frühzeitig praktische Erfahrungen gesammelt werden: durch Praktika, Berufsorientierung in der Schule und Angebote wie Girls’ Day und Boys’ Day.

 

Erzieher, Informatiker oder Florist, berufstätig oder arbeitssuchend – Kinder nehmen ihre Eltern im Berufsleben in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen wahr. Eines sind Väter aber immer: Vorbilder! So zeigen Studien, dass Eltern für ihre Kinder die wichtigsten Ratgeber bei der Berufsorientierung sind. Ihre Meinung zählt viel mehr als Empfehlungen von Freunden oder Verwandten.

Väter können ihre Kinder daher entscheidend motivieren, fördern und begleiten und somit dafür sorgen, dass der Übergang von der Schule in den Beruf gut gelingt. Zentral ist dabei stets, nicht die eigenen Vorstellungen auf die Kinder zu übertragen. Stattdessen kommt es darauf an, den Kindern zu helfen, die eigenen Fähigkeiten und Interessen zu entdecken. Das gilt vor allem dann, wenn Sohn oder Tochter geschlechteruntypische Berufsvorstellungen haben: Wenn die Tochter sich noch nie für Englisch interessierte, stattdessen aber Physik liebt. Und wenn der Sohn einen sozialen Beruf ergreifen möchte. Gerade dann ist die sensible Begleitung der Väter gefragt.

Praktikum: Annäherung an die Arbeitswelt

Viele Experten raten Vätern, ihren Kindern etwa ab der 8. Klasse Einblicke in die Arbeitswelt zu ermöglichen – zum Beispiel über Praktika. Dort erleben die Schülerinnen und Schüler einen Acht-Stunden-Tag, sie erhalten einen realistischen Blick in den Alltag des Wunschberufes und lernen, mit Mitarbeitern umzugehen, sie anzusprechen und ihnen Fragen zu stellen. Wichtig dabei: Praktikum ist nicht gleich Praktikum. In den verschiedenen Lebensphasen sind jeweils andere Lernerfahrungen sinnvoll. Außerdem gelten zum Teil unterschiedliche rechtliche Regelungen. Interessant kann es für Kinder ab einem Alter von 15 Jahren auch sein, die Eltern in den Schulferien zum Arbeitsplatz zu begleiten. In jedem Fall gilt: Positive und negative Eindrücke sind wichtig. Nur so finden Jugendliche heraus, was ihnen liegt und was nicht.

Berufsorientierung in der Schule und in der Praxis

Beim schwierigen Thema Berufswahl unterstützt seit 2012 das Projekt Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule-Beruf in NRW. Das Ziel: Durch eine umfassende Berufsorientierung in den allgemeinbildenden Schulen entwickeln Schülerinnen und Schüler eine realistische Berufsperspektive. Frustrierende Warteschleifen oder Ausbildungs- und Studienabbrüche sollen so verhindert werden. Um das zu erreichen, durchlaufen die Kinder bzw. Jugendliche ab der 8. Klasse eine Reihe systematisch aufeinander aufbauender Elemente. Beispielsweise zeigt eine Potenzialanalyse auf, wo die Talente und Stärken jedes einzelnen liegen. Bei Betriebsbesuchen erkunden die Schülerinnen und Schüler Berufsfelder wie Bau, Gesundheit oder Verwaltung. Und mehrwöchige Betriebspraktika machen deutlich, was Unternehmen von ihren künftigen Mitarbeitern erwarten. Gesammelt werden sämtliche Eindrücke und Erfahrungen in einer Mappe – einem so genannten Portfolioinstrument. Dank dieser Dokumentation erkennen Schülerinnen und Schüler das eigene Berufsziel mit der Zeit immer besser. Zum Ende der Schulzeit wird das dann sehr klare Ziel in einer Anschlussvereinbarung festgehalten – ebenso die nächsten Schritte für den Start in die Arbeitswelt.

Orientierung in geschlechterunspezifischen Berufsfeldern geben der Girls’ Day und der Boys’ Day. Am Girls’ Day öffnen Unternehmen, Betriebe und Hochschulen in ganz Deutschland ihre Türen für Schülerinnen ab der 5. Klasse. Die Mädchen lernen Ausbildungs- und Studiengänge in den Bereichen IT und Naturwissenschaft, Handwerk und Technik kennen – in Feldern also, in denen Frauen bisher eher selten vertreten sind. Die Jungen schauen sich am Boys’ Day Jobs an, in denen Männer bislang in der Minderheit sind. Das gilt vor allem für den sozialen, erzieherischen oder pflegerischen Bereich.

Den Weg der Kinder akzeptieren

Väter sollten ihr Kind begleiten, ihm Sicherheit geben, es aber selbstständig agieren lassen. Sohn oder Tochter müssen vom Job überzeugt sein, nicht die Eltern!

Das erfordert eine hohe Offenheit für die vorhandenen Fähigkeiten und Fertigkeiten der eigenen Kinder und Ehrlichkeit sich selbst gegenüber: Väter müssen sich fragen, welche Fähigkeiten ihr Kind tatsächlich mitbringt und welche Fähigkeiten sie ihm nur zuschreiben und warum.

Weitere Tipps zur Unterstützung im Berufswahlprozess bietet die Broschüre „Abenteuer Ausbildung - Handlungsempfehlungen für Eltern, deren Kinder sich in der Berufswahlphase befinden“.

Auch Väter brauchen Ratgeber

Fest steht: Die Berufswahl ist ein zentrales Ereignis im Leben jedes Kindes. Deshalb ist es wichtig, dass nicht nur die Kinder von ihren Vätern Unterstützung erhalten. Auch die Väter benötigen immer wieder Rat und sollten diesen auch aktiv einholen. Dazu bieten sich beispielsweise die Elternabende der Schule an. Auch Volkshochschulen, Städte und Kreise halten umfassende Informationen zum Thema bereit.
(vaeter.nrw)
 

Text aktualisiert am 25. Mai 2016

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