Himmelsbilder

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Gespeichert von chefredakteur am 11. Mai 2016
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An Silvester freuen sich viele Familien besonders aufs Feuerwerk. Das Ziel ist: schön, sicher und preiswert.

"Feuer ist eine Urgewalt" sagt Markus Katterle. "Der Umgang mit Feuerwerkskörpern ist faszinierend – aber auch so gefährlich". Der Pyrotechniker hat deshalb ein paar einfache Regeln parat, damit das Silvester-Feuerwerk zu einem schönen Familienerlebnis wird.

 

"Meine Tochter hat sich schon als Zweijährige für Feuerwerke interessiert und wollte dann auch schon früh selber zünden. Das habe ich ihr nicht erlaubt. Da stehe ich voll hinter der Empfehlung unseres Berufsverbandes: Kinder unter 12 Jahren sollten nicht alleine zünden, auch keine Böller", sagt Markus Katterle. Der Pyrotechniker weiß von zu vielen ernsten Unfällen, da die Reflex- und Reaktionsfähigkeit kleinerer Kinder einfach nicht genug ausgebildet ist, um sich zu schützen und womöglich bei Wind und Wetter richtig zu reagieren.

Dramaturgie für Kinder

Deshalb muss aber kein Vater seinem Kind den Spaß an Raketen und Böllern verwehren: "Man kann Kinder anders am Silvester-Feuerwerk beteiligen", erzählt Markus Katterle. Er findet, dass die Vorbereitung der halbe Spaß ist. Die Kinder können mitüberlegen, was sie an Silvester wollen und schön finden – sich also eine Art Dramaturgie ausdenken: Soll unser Feuerwerk im Garten gezündet werden, in einem Park oder auf der Straße? Soll es eher laut sein oder farbenfroh? Wollen wir Bilder in den Himmel malen oder lieber erdnah?

Kinder sollten zum Einkaufen mitkommen und selbst Feuerwerk aussuchen. "Ich hab meiner Tochter und ihren Freunden Wunderkerzen gekauft. Mit denen haben sie »Pyromikado« gespielt – das sieht super aus, macht Spaß und ist sicher", sagt der Profi. "Traumsterne sind auch gut, so heißen raucharme Zimmerfontänen. Schön sind auch so genannte Zündlichter, also Stäbchen, die rund zwei Minuten lang brennen. Die eignen sich auch gut für ältere Kinder und Erwachsene, um Zündschnüre anzustecken. Damit klappt das auch bei Wind und Wetter, ohne dass die Flamme ständig ausgeht oder man sich seine Fingerspitzen verbrennt."

Einkaufen - aber richtig

Wer das eigene Familienfeuerwerk zum Event machen will, sollte dann nicht einfach mit seinen Kindern in ein Geschäft laufen und kaufen, was da ist. "Wenn ich für 19,90 Euro hundert Pyrotechnik kaufe, kann in jedem Teil nur wenig Explosivstoff sein und das Ergebnis wird eher nicht so schön." Deshalb sollte man für den gleichen Betrag beispielsweise ein Batteriefeuerwerk besorgen. Damit bekommt man zwar nur ein kurzes Feuerwerk, aber das ist dafür schön anzusehen. Eine weitere Empfehlung: sich mit mehreren verabreden, Geld zusammenlegen und das Feuerwerk vernünftig und kürzer machen. "Das ist besser, als wenn jeder einen Haufen Billigware abfeuert," meint Katterle.

Die kann noch andere Probleme bergen: Es gibt einen umfangreichen Schwarzmarkt für Feuerwerkskörper. Das Problem: Was dort angeboten wird, ist nicht unbedingt sicher. Knallkörper, die in Deutschland zugelassen sind, dürfen beispielsweise nicht lauter als 120 Dezibel sein. Gerade bei kleinen Kindern ist es sehr wichtig, deren empfindliches Gehör zu schützen. "Besser noch bleiben die Kleinen drinnen und bewundern das Feuerwerk durch das Fenster". Generell sollte man nur zugelassenes Material kaufen. Das muss mit einem CE-Kennzeichen UND einer BAM-Nummer versehen sein.

Drei ... zwei ... eins ...

Am Silvesterabend ist das absolute "No-Go" jedes Pyrotechnikers, wenn ein Betrunkener mit Feuerwerkskörpern herumhantiert, erzählt Markus Katterle. Denn dann überblickt er nicht mehr, wer wo herumläuft. Wenn mehrere Kinder dabei sind, muss der Vater aber jedes Einzelne im Blick behalten. Am besten ist es ohnehin, nicht erst am Silvesterabend die Grundregeln des Böllerns zu besprechen. Und die lauten:

  • Weder Knallerbsen noch Böller – überhaupt keine Feuerwerkskörper – werden auf andere Leute geworfen oder in deren Richtung.
  • Raketen dürfen nicht in lose Flaschen gestellt werden, sondern nur in eine standfesten Abschussbasis, z. B. eine Flasche in einer Getränke-Kiste.
  • Niemals den Kopf über den Feuerwerkskörper halten, sondern sich immer von der Seite nähern.
  • Verbundfeuerwerke haben eine zweite, eine so genannte Notzündung. Bevor man sie zündet, sollten mindestens zehn Minuten vergangen sein.
  • "Versager", also Knaller, die nicht gezündet haben, lassen sich ohne oder mit ganz kurzer Zündschnur nicht mehr sicher zünden. Teure Verbundfeuerwerke sollte man dann in einen Eimer Wasser packen und sich im Geschäft das Geld zurückgeben lassen.
  • Mit Kindern unbedingt so genannte "Feuerwerkskriegsgebiete" in den Städten meiden, also Plätze, an denen viele Menschen wahllos zünden.



Wenn Familien diese Grundsätze beachten, da ist der Pyrotechniker sicher, wird ihr Feuerwerk zu einem schönen Erlebnis und zum perfekten Start ins Neue Jahr!

Bild_Markus_KatterleMarkus Katterle ist Vater einer 15 jährigen Tochter und eines erwachsenen Stiefsohns. Der Pyrotechniker ist Geschäftsführer und Gesellschafter eines international tätigen Unternehmens, das Shows mit Feuerwerken, Laser und Wasser gestaltet.
(vaeter.nrw)
 

Text aktualisiert am 25. Mai 2016

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