Projekt „VäterStolz“ – Kreativität und Spaß sind uns wichtig!

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Gruppe Väterstolz - 7 Personen - stehen vor einem großen Grill
Interview
7. Januar 2019

Projekt „VäterStolz“ – Kreativität und Spaß sind uns wichtig!

Bei „VäterStolz“ geht es immer heiß her, denn einmal im Monat wird gegrillt. Die Teilnehmer der Vätergruppe freuen sich auf diesen regelmäßig stattfindenden anregenden Abend. Neben den ernsteren Themen, die es an solchen Abenden zu besprechen gibt, ist auch ausreichend Raum für die angenehmen Seiten des Lebens wie das gemeinsame Essen, Fußball gucken oder Spielen. Uwe Stellmacher berichtet, was die Gruppe „VäterStolz“ so besonders macht.

 

 

vaeter.nrw:
Sie leiten die Gruppe „VäterStolz“. Seit wann besteht das Angebot und wie hat es sich im Lauf der Zeit entwickelt?
Uwe Stellmacher:
"VäterStolz" besteht seit Herbst 2008. Es hat vor mir schon zwei andere Leiter gegeben. Ich habe im April 2009 angefangen. Das Projekt startete im Rather Familienzentrum®, als Kooperationsprojekt der Katholischen Kirchengemeinde Düsseldorf - Rath/Mörsenbroich, des Caritasverbandes Düsseldorf, des SKFM Düsseldorf und des ASG Bildungsforum e.V.. Es war damals ein vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BaMF) auf drei Jahre finanziertes Projekt. Als die BaMF-Finanzierung 2012 auslief und der Caritasverband das Projekt einstellen wollte, konnte ich es glücklicherweise im Seminarangebot des ASG Bildungsforum e.V. unterbringen. Dort ist es bis heute am gleichen Ort beheimatet.

Es hat bis zum Spätsommer 2009 gedauert, bis die ersten Väter mit ihren Söhnen an einem Bewegungsangebot teilgenommen haben. Aus diesem Angebot entstand das Bedürfnis der Väter, sich regelmäßig auch ohne Kinder zu treffen. Seit dieser Zeit treffen wir uns regelmäßig einmal im Monat zum Grillen, mit Ausnahme der Sommerferienzeit. Bei diesen Treffen wird allerdings nicht nur gegrillt. Es werden gemeinsame Aktionen vorbereitet, wie zum Beispiel ein jedes Jahr stattfindendes Zeltwochenende der Gruppe mit den Kindern. Weitere Aktionen, die von uns geplant und umgesetzt wurden, sind: Trommeln oder Drachenbauen, Kanutouren der Väter mit den Kindern, Ausflüge mit den ganzen Familien, Familienwochenenden in einer Jugendherberge und vieles mehr. Die Treffen der Gruppe bieten aber auch die Gelegenheit sich mit anderen Vätern oder mit mir über die eigenen Themen auszutauschen. Diese Themen sind immer sehr vielseitig. Es ging schon um Erziehungsfragen, Eheprobleme, Probleme mit Kitas oder Schulen, Arbeitsbedingungen, Arbeitslosigkeit, das Vorenthalten der Kinder durch die Ex-Frau etc. Dabei ist immer wichtig, dass es nicht in erster Linie um Probleme geht, sondern gerade um die positiven Dinge, die auch Ressourcen sind! Neben diesen großen Themen gibt es auch viele kleine, man hilft und unterstützt sich gegenseitig, verbringt zum Teil auch die Freizeit miteinander. Es wurden schon viele Kontakte auch außerhalb der Gruppe gebildet oder vertieft. Inzwischen sind aus der Gruppe weitere Angebote entstanden: ein Vater hat das Bewegungsangebot übernommen und bietet es inzwischen auch für andere Kitas an. Zwei Väter machen Angebote im Bereich Freizeitpädagogik für Väter mit Kindern in Kitas in Düsseldorf und Umgebung.

vaeter.nrw:
Welche Geschichte verbirgt sich hinter dem Namen „VäterStolz“?
Uwe Stellmacher:
Ich kenne die Geschichte des Namens nicht, da ich nicht von Anfang an dabei war. Ich habe ihn immer als Ziel verstanden, die Väter so zu unterstützen, dass sie auf ihre Rolle als Väter stolz sein können.
vaeter.nrw:
Wie setzt sich die Gruppe zusammen?
Uwe Stellmacher:
Die Zusammensetzung der Gruppe ist heterogen, sowohl was die Herkunft, den Bildungsgrad und die Berufe betrifft. Die Anzahl der regelmäßigen Teilnehmer beträgt knapp zwanzig Väter. An den einzelnen Treffen nehmen in der Regel acht bis zwölf Väter teil.
vaeter.nrw:
Was schätzen Ihrer Meinung nach die Väter an den regelmäßigen Treffen?
Uwe Stellmacher:
Ich habe sie gefragt. Die Aussagen der anwesenden Väter:
  • Unsere Runde ist offen für jeden.
  • Man ist nicht verpflichtet zu kommunizieren, dabei sein reicht.
  • Aus einem Erfahrungsaustausch wurden Freundschaften.
  • Wenigstens einmal im Monat ohne die Alte.
  • Jährliches Event: Zelten der Väter mit Kindern.
  • Offener und ehrlicher Meinungsaustausch.
  • Neue Blickwinkel geben Motivation für das tägliche Leben.
  • Raus aus dem eigenen sozialen Umfeld.
  • Keine Berührungsängste, kein Offenbarungseid, kein Neid.
  • Bei uns gibt es das beste Essen vom Grill!
  • Gemeinschaftsspiele in großer Runde (Werwölfe von Düsterwald, Kubb-Turnier)
vaeter.nrw:
Welche Rolle haben Sie bei den Treffen?
Uwe Stellmacher:
Meine Rolle bei den Treffen ist in erster Linie den Raum zu bieten, in dem diese Gruppe stattfinden kann. Ich sorge für die Organisation, die Kommunikation und das Gruppenklima. In Einzelfällen stehe ich auch für eine persönliche Beratung zur Verfügung.
vaeter.nrw:
Gibt es bestimmte Themen, welche die Gruppe über die Jahre zusammenhält?
Uwe Stellmacher:
Was die Gruppe zusammenhält ist der Spaß, den wir miteinander haben, und die gegenseitige Unterstützung durch die Väter, sowohl praktisch als auch emotional.
vaeter.nrw:
Was sind für Sie die wichtigsten Rahmenbedingungen, damit Väterarbeit gelingen kann?
Uwe Stellmacher:
Das wichtigste für gelingende Väterarbeit ist ein Angebot, welches den Vätern einen Raum bietet, selbst aktiv zu werden, sich in ihrem Vatersein auszuprobieren und dadurch positive Erfahrungen zu machen. Dieses Angebot muss – wie die Angebote für Frauen auch – verlässlich und dauerhaft sein. Eine befristete Förderung ist da kontraproduktiv. Es war ein glücklicher Zufall, dass "VäterStolz" trotz befristeter Förderung überlebt hat!
vaeter.nrw:
Welche drei Tipps würden Sie Einsteigern zum Thema Väterarbeit mit auf den Weg geben?
Uwe Stellmacher:
Meiner Erfahrung nach geht es um folgende Punkte:
  • Versucht nicht mit Vätern an „Problemen“ zu arbeiten, sondern bietet ihnen einen Raum, wo sie positive Erfahrungen machen können. Wenn dies gelingt und sie sich sicher fühlen, kommen sie mit ihren Problemen von allein. Dann kann man damit arbeiten.
  • Gruppen sind für Männer toll, in ihnen können alle geben und nehmen.
  • Habt Geduld: Männer- und Väterarbeit ist am Anfang langwierig, aber wenn man den Anfang geschafft hat, ist es ein Selbstläufer, der sehr viel Spaß macht.
vaeter.nrw:
Wo treffen Sie sich und in welchem Turnus? Wie nehmen interessierte Väter Kontakt auf?
Uwe Stellmacher:
Wir treffen uns monatlich im:

Rather Familienzentrum,
Rather Kreuzweg 43, 40472 Düsseldorf.
Der Kontakt kann über mich hergestellt werden:
Uwe Stellmacher
Projekt "VäterStolz"
Im Rather Familienzentrum®
01578-1652675
uwestellmacher@vaeterstolz.de
oder über
Monika Reckmann
ASG Bildungsforum
im Rather Familienzentrum®
Rather Kreuzweg 43
40472 Düsseldorf
0211 1740-146

Herr Stellmacher, herzlichen Dank!
 

Zur Person:
Uwe Stellmacher

Leiter des Projekts "VäterStolz", Rather Familienzentrum®

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