Ruhr-Universität Bochum (RUB) macht Väter sichtbar

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Vater und Tochter im Park
Interview
27. August 2018

Ruhr-Universität Bochum (RUB) macht Väter sichtbar

Das Gleichstellungsbüro und der Servicebereich Familiengerechte Hochschule haben im Sommersemester 2017 alle Angehörigen der RUB – aus Wissenschaft, Studium, Technik und Verwaltung – dazu eingeladen, ihre individuellen VäterBilder in Form eines Fotos festzuhalten und einzusenden. Ziel der Aktion war es, Väter an der RUB sichtbar zu machen. vaeter.nrw sprach mit Dominik Dohmen über die Idee und den Erfolg dieser Aktion.

 
vaeter.nrw:
Die RUB ist sehr aktiv in der Väterarbeit. Was hat Sie veranlasst, einen Vater-Kind-Fotowettbewerb zu starten?
Dominik Dohmen:
Im Sommer 2016 haben wir damit begonnen, uns konkret mit dem Aufgabenfeld der Väterarbeit auseinander zu setzen. Hierzu haben wir neben ausführlichen Recherchen ein Treffen organisiert, an dem auch einige Väter der RUB teilgenommen haben. Gemeinsam haben wir hinterfragt, was den Vätern an unserer Hochschule fehlt, was sie sich wünschen und vor allem, wo wir mit der Väterarbeit am besten ansetzen können. Ein wichtiges Ergebnis war, dass zunächst einmal die Sichtbarkeit der Väter an der RUB gestärkt werden muss. Neben ihrem Status als Mitarbeiter und Studenten der Hochschule, sollen Väter auch als Personen wahrgenommen werden, die ein Familienleben führen. Hierbei geht es auf der einen Seite darum, Väter dazu zu ermutigen, ihre individuellen Wünsche der Vaterrolle im Einklang mit dem Beruf auszugestalten und auf der anderen Seite ist uns sehr wichtig, dass alle Akteure der Hochschule für diese Thematik sensibilisiert werden. So haben wir uns schließlich entschieden, einen Fotowettbewerb zum Thema Vaterschaft ins Leben zu rufen und so die Väter an der RUB öffentlichkeitswirksam zu thematisieren.
vaeter.nrw:
Wie haben die Väter an der RUB auf diese Idee reagiert?
Dominik Dohmen:
Die Vielzahl der Einsendungen hat uns gezeigt, dass die Thematik der Vaterschaft an der Hochschule positiv aufgegriffen und mit Hilfe der eingereichten Fotos sehr facettenreich dargestellt wurde. Bereits im Laufe des Fotowettbewerbs haben uns eine Vielzahl an positiven Rückmeldungen erreicht – sowohl von Vätern, aber auch von weiteren Angehörigen der Hochschule. Und auch unsere Ausstellung der Väterbilder Anfang 2018 ist auf sehr positive Resonanz gestoßen. In mehreren Gesprächen mit den Teilnehmenden des Wettbewerbs während der Ausstellungseröffnung wurde deutlich, dass das Projekt als wertschätzend, aber eben auch durchaus öffentlichkeitswirksam wahrgenommen wird. Durch den Wettbewerb wurde das Thema Vaterschaft zum Beispiel im Kreis der Kolleginnen und Kollegen thematisiert und genau das war eines unserer Ziele.
vaeter.nrw:
Sind Sie mit dem Fotowettbewerb Ihrem Ziel nähergekommen, Väter an der RUB sichtbarer zu machen?
Dominik Dohmen:
Diese Frage möchte ich mit einem „Ja“ beantworten. Die Bekanntmachung des Wettbewerbs und der Ausstellung, sowie die dazugehörige Berichterstattung über verschiedene Kanäle der Hochschule, haben dazu beigetragen, die Sichtbarkeit der Väter an der RUB zu erhöhen. Auch die Möglichkeit, dass wir nun ein zweites Mal die Ausstellung der Väterbilder an einem hochfrequentiert besuchten Ort der Hochschule über einen langen Zeitraum hängen dürfen, führt nochmals dazu, dass Väter an der RUB noch sichtbarer werden. Dennoch muss man kritisch anmerken, dass weiterhin großes Potenzial vorhanden ist und bisher sicherlich nur ein Teil der Väter erreicht wurde. Die Väterarbeit an unserer Hochschule bleibt eine Herausforderung, der wir uns aber gerne stellen möchten. Der Fotowettbewerb sollte der Startschuss der Väterarbeit sein, auf dem wir nun weiter aufbauen wollen.
vaeter.nrw:
Chancengleichheit, Karriereverlauf, Vaterschaft leben – bemerken Sie diesbezüglich einen Wandel an der RUB?
Dominik Dohmen:
Ich denke, dass an der RUB bereits seit langem Strukturen geschaffen wurden und weiterhin geschaffen werden, die die Chancengleichheit in Verbindung mit dem Karriereverlauf aufgreifen und somit einen Wandel hinsichtlich der Vereinbarkeit bewirkt haben und auch weiter bewirken. Unsere Hochschule hat bereits ein vielfältiges Angebot geschaffen, das Eltern, egal ob Mutter oder Vater, bei der individuellen Gestaltung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützen soll. Die Väterarbeit sehen wir nun als einen weiteren wichtigen Baustein. Hierbei geht es vor allem darum, dass sich auch Väter von den Angeboten der Hochschule angesprochen fühlen. Es geht gar nicht darum, Vätern den roten Teppich auszurollen. Wir möchten Vätern vielmehr aufzeigen, dass der bereits geschaffene Weg durch diverse Angebote der Hochschule auch für Väter begehbar ist. Väter sollen sich ihrer Möglichkeiten und Rechte bewusstwerden, um ihnen eine individuelle Ausgestaltung der Vaterrolle, die den eigenen Wünschen entspricht, zu ermöglichen. An dieser Stelle zeigt sich speziell auf die Väter bezogen bereits ein Wandel. So sind mittlerweile beispielweise der Beratungsbedarf sowie die tatsächliche Wahrnehmung einer Beratung aufseiten der Väter deutlich gestiegen. Wir befinden uns auf einem guten Weg und den wollen wir auch weiter verfolgen.
Zur Person:
Dominik Dohmen

Wissenschaftlicher Referent an der RUB

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