Kein Stress mit dem Stress

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Gespeichert von Verena Schmidt am 3. Mai 2018
Wegweiser mit Aufschrift "Stress" und "Relax"
3. Mai 2018

Kein Stress mit dem Stress

Praktische Handlungshilfen

„Papa, was ist los mit dir, hast du schon wieder Stress im Job?“ Hören Sie diesen oder ähnliche Sätze häufiger von Ihren Lieben? Ein guter Anlass, um gezielt Strategien zu entwickeln und seine „Stresskompetenz“ zu trainieren. Das birgt die Chance, wieder entspannt durchs Leben zu gehen und dadurch die Lebensqualität zu erhöhen – für sich selbst genauso wie für die ganze Familie.

 

Im beruflichen und privaten Alltag gerät man häufiger mal unter Druck. Dieser Druck kann anspornen, Arbeiten schnell bzw. konzentriert zu erledigen. Doch wenn die täglichen Anforderungen unsere Leistungsgrenzen ständig übersteigen, fühlen wir uns gestresst. Wer sich ein persönliches Stressmanagement erarbeitet, hat die Möglichkeit, seine Energie bewusster einzusetzen, belastende Aspekte zu verringern oder ganz zu vermeiden. Die gute Nachricht: Jeder Mensch kann lernen, Stress erfolgreich zu bewältigen.

Stress erkannt, Stress gebannt

Arbeit beeinflusst die persönliche Lebensqualität und Gesundheit. Wer mit Freude seinen Beruf ausübt oder in der Familie agiert, ist meist auch erfolgreicher und zufriedener. Es lohnt sich also, zum Beispiel den Job so zu gestalten, dass er nicht als Aneinanderreihung von Belastungen, sondern als bereichernde Tätigkeit erlebt wird. Ein wichtiger Schritt, um die persönliche Stresskompetenz zu verbessern, ist die Suche nach den auslösenden Stressfaktoren. Diese sogenannten „Stressoren“ können verschiedener Natur sein (körperlich, geistig, seelisch) und sind Teil der individuellen Stresswahrnehmung. Im beruflichen Umfeld gelten vor allem Multi-Tasking, starker Termin- und Leistungsdruck, Kompetenzgerangel mit Kollegen oder Kolleginnen, ständig wiederkehrende Arbeitsvorgänge, häufige Arbeitsunterbrechungen sowie lange Arbeitszeiten als Stressauslöser.

Bewusst handeln, Stress verwandeln

Die Broschüre, das Hörbuch oder das E-Learning-Tool „Kein Stress mit dem Stress“ des Projekts „Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt – psyGA“ zeigen, wie Verbesserungen der Arbeitsbedingungen erreicht werden können – alltagsnah und mit realistischen Maßnahmen. Die Tools leiten dazu an, die eigenen, individuellen Belastungs- und Entlastungsfaktoren zu analysieren und Maßnahmen für sich selbst zu entwickeln.

Hintergrundinformation: Was ist Stress?

Stress kann durch verschiedenste Situationen ausgelöst werden. Welche das im Einzelnen sind, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Allen gemeinsam ist jedoch, wie der menschliche Körper seit Urzeiten darauf reagiert. So bewirkt Stress unter anderem:

  • eine Steigerung von Herzschlag und Blutdruck,
  • eine Erhöhung der Atemgeschwindigkeit,
  • die Verlangsamung der Verdauung,
  • kurzfristige Freisetzung von Energiereserven,
  • eine Erhöhung der Schmerztoleranz über einen kurzen Zeitraum hinweg,
  • die Schärfung aller Sinne.

Ursache für diese Reaktionen ist die stressbedingte Ausschüttung der körpereigenen Hormone Kortisol und Adrenalin. Sie versetzen den Körper in Alarmbereitschaft und ermöglichen ihm, sich in Angst auslösenden oder stark belastenden Situationen bestmöglich zur Wehr zu setzen. Akuter Stress setzt also besondere körperliche und psychische Kraftressourcen frei und wirkt sich kurzfristig leistungsfördernd aus. Hält dieser Zustand jedoch länger an oder wird gar zum Dauerzustand, sodass die dringend notwendigen Regenerationsphasen entfallen, läuft der Mensch Gefahr „auszubrennen“.

Über das Projekt

Das Projekt „Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt – psyGA“ verfolgt das Ziel, betriebliche und überbetriebliche Entscheider, Beschäftigte sowie wichtige Multiplikatoren für das Thema der psychischen Gesundheit in der Arbeitswelt zu sensibilisieren und so der Thematik mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. Die Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) ist eine gemeinsame Initiative von Bund, Ländern, Arbeitgeberverbänden und Kammern, Gewerkschaften, der Bundesagentur für Arbeit, Unternehmen, Sozialversicherungsträgern und Stiftungen.

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