Kostenmilderung vom Staat

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Gespeichert von chefredakteur am 18. Mai 2016
Antrag auf Kindergeld und Geldscheine

Kostenmilderung vom Staat

Kinder kosten Geld, doch der Staat hilft, diese Ausgaben mit steuerlichen Vorteilen abzufedern

Wir geben einen Überblick zu den wichtigsten finanziellen Entlastungen für Väter, sagen, wer davon profitiert und welche Regeln man beachten muss.

 

Kindergeld und Kinderfreibetrag

Anspruch auf Kindergeld besteht grundsätzlich für alle Kinder bis zum 18. Lebensjahr. Darüber hinaus gibt es Kindergeld für Kinder in Ausbildung bis zum 25. Lebensjahr (gilt ab Geburtsjahrgang 1983) und für arbeitslose Kinder bis zum 21. Lebensjahr. Kann ein Kind eine Berufsausbildung nicht beginnen oder fortsetzen, weil es keinen Ausbildungsplatz hat, gelten die oben genannten Regelungen für Kinder in Ausbildung.

Kindergeld wird einkommensunabhängig gewährt. Es beträgt seit 2017

  • für das erste und zweite Kind 192 Euro monatlich,
  • für das dritte Kind 198 Euro monatlich und
  • für das vierte und weitere Kinder 223 Euro monatlich.

Das Finanzamt prüft im Rahmen der jährlichen Einkommensteuerveranlagung, ob für die Eltern die Freibeträge für Kinder oder das ausbezahlte Kindergeld günstiger sind.

Entlastungsbetrag

Alleinerziehende können zusätzlich den sogenannten Entlastungsbetrag geltend machen. Er beträgt 1.908 Euro im Jahr bei einem Kind. Für jedes weitere Kind gibt es zusätzlich 240 Euro.

Kinderbetreuungskosten

Wenig bekannt ist, dass es auch steuerliche Entlastungen für die vielgestaltige Betreuung von Kindern durch Dritte gibt. Unter bestimmten Voraussetzungen (beispielsweise Kindesalter, gemeinsames Wohnen mit dem Kind in einem Haushalt) können Väter die Betreuungskosten für ihre Kinder in ihrer Einkommenssteuererklärung geltend machen. Die steuerliche Abzugsfähigkeit bezieht sich auf Kosten, wie zum Beispiel:

  • für Betreuung in Kindergärten, Horten, Kindertagesstätten,
  • für die Betreuung bei Tagesmüttern oder Tagesvätern,
  • für Au-Pair (anteilige Absetzbarkeit),
  • für Haushaltshilfen, die mit der Kindesbetreuung beauftrag sind,
  • für Kinderpflegerinnen, Kinderschwestern, Erzieherinnen, denen die Kinder-betreuung übertragen wurde,
  • für Verwandte, die nicht dauerhaft im gleichen Haushalt leben, und das Kind beispielsweise bei Schulhausarbeiten beaufsichtigen,
  • für den Unterricht in einem zweisprachigen Kindergarten (BFH, Urteil Az. III R 79/09).

Die Eltern können zwei Drittel von den Aufwendungen, jedoch höchstens 4.000 Euro pro Kind, (Urteil vom 09.02.2012, Az.: III R 67/09 Bundesfinanzhof) steuerlich geltend machen. Ab dem Veranlagungszeitraum 2012 können die Betreuungskosten unabhängig von der Art der beruflichen Tätigkeit oder eines Studiums als Sonderausgaben berücksichtigt werden. Allerdings werden auch die aus privaten Gründen angefallenen Betreuungskosten anerkannt. Wie die Nachweispflicht der Zahlungen aussieht, kann beim jeweiligen Finanzamt erfahren werden.

Unterhaltsleistungen

Wenn ein Ehegatte Unterhalt leistet, kann er bei Realsplitting Unterhaltleistungen bis zu einer Höhe von max. 13.805 Euro im Jahr als Sonderausgaben steuerlich geltend machen. Dieser Betrag erhöht sich ab dem Veranlagungszeitraum 2010 um die tatsächlichen Aufwendungen, für die Basiskranken- und Pflegeversicherung des dauernd getrennt lebenden oder geschiedenen Ehegatten.

Schulgeld

Sofern Väter einen Anspruch auf Kindergeld oder Kinderfreibetrag haben und das Kind eine Privatschule besucht, die einen anerkannten Abschluss vermittelt, können sie 30 Prozent, jedoch höchstens 5.000 Euro des Schulgeldes im Jahr in Form von Sonderausgaben steuerlich geltend machen. Nähere Informationen über die erforderlichen Bescheinigungen erteilt das örtliche Finanzamt.

In Ausnahmefällen kann das Schulgeld als außergewöhnliche Belastung in vollem Umfang abgerechnet werden, also über den Höchstbetrag von 5.000 Euro hinaus. Mit Urteil vom 12. Mai 2011, VI R 37/10 hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass Aufwendungen für den Schulbesuch eines hochbegabten Kindes als außergewöhnliche Belastungen abziehbar sein können, wenn der Schulbesuch medizinisch angezeigt ist.

(vaeter.nrw)

 

Text aktualisiert am 12. Januar 2017

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