Die Zeiteinteiler

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Gespeichert von chefredakteur am 18. Mai 2016
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Die Zeiteinteiler

Um Arbeit und Familie unter einen Hut zu bringen, braucht es auch Arbeitgeber, die mitspielen

Mehr Zeit mit der Familie – für viele Väter ist das ein unerfüllter Wunsch. Denn die Möglichkeiten, Berufs- und Privatleben miteinander zu vereinbaren, sind oft begrenzt. Da ist es gut, wenn der Arbeitgeber auf die Bedürfnisse seiner Mitarbeiter eingeht und ihnen Raum für individuelle Lösungen lässt.

 

Thomas Wuttke arbeitet als Sachbearbeiter und Projektverantwortlicher beim Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) und engagiert sich dort zugleich im Väternetzwerk. Dank des Entgegenkommens der Vorgesetzten ist er äußerst zufrieden mit seiner Situation. Vor 11 Jahren, als sein erster Sohn geboren wurde, steckte Thomas Wuttke noch mitten in seinem Architekturstudium, seine Frau arbeitete bereits. Diese Konstellation bewertet er im Nachhinein sehr positiv: „Es war klasse, dass ich viel Zeit hatte, mich um meinen Sohn zu kümmern. Und trotz aller Einschränkungen, vor allem finanzieller, würde ich es immer wieder genauso machen.“ Drei Jahre später, als sein zweiter Sohn zur Welt kam, gestaltete sich die Situation genau andersherum: Thomas Wuttke hatte angefangen zu arbeiten und seine Frau ein Studium begonnen. Sie nahm zunächst ein Semester Auszeit und kümmerte sich um die Kinder.

Viele Arbeitszeitmodelle zur Auswahl

Heute arbeitet Thomas Wuttke Vollzeit, seine Frau in einer 30-Stunden-Woche. Die Söhne waren schon früh in Spielgruppen und sind jetzt nach der Schule noch in der Ganztagsbetreuung. Trotzdem hat Thomas Wuttke nicht das Gefühl, dass er zu wenig Zeit für sie hat. Das liegt auch an den angebotenen Arbeitsmodellen, um sich die Zeit passend einzuteilen.

Gleitzeit ohne Kernarbeitszeiten: Thomas Wuttke kann frei entscheiden, wann er kommt und wann er geht. Es ist auch möglich, zwischendurch für ein paar Stunden das Unternehmen zu verlassen. „Die Gleitzeit ist für mich sehr wertvoll. So kann ich auch mal flexibel einspringen, wenn die Kinder krank sind oder einen Termin haben.“ Zudem hat er mit seinen Vorgesetzten die Vereinbarung getroffen, an zwei Tagen in der Woche früher nach Hause zu gehen und in freier Zeiteinteilung von dort weiterzuarbeiten. „Dann kann ich die Jungs in Empfang nehmen, wenn sie nach Hause kommen und auch mal mit ihnen zum Schwimmkurs fahren.“ Ein Problem sieht er eher darin, dass seine Söhne schulisch sehr eingebunden sind. In der Woche wird die gemeinsame Zeit vor allem für Hausaufgaben genutzt. Gemeinsame Freizeit gibt es da eher an den Wochenenden.

Schwierig war es für Thomas Wuttke nicht, seine Wünsche beim Arbeitgeber durchzusetzen. Der BLB bietet viele Möglichkeiten, passende Lösungen für die Mitarbeiter zu finden und seine Vorgesetzten waren immer sehr kooperativ. „Das mussten sie auch sein, denn zeitweise kam es bei uns in der Niederlassung zu einem regelrechten Babyboom. Da mussten die sich was einfallen lassen“, scherzt er.

Väter sollen ihre Möglichkeiten nutzen

Im 2013 gegründeten Väternetzwerk des BLB engagiert sich Thomas Wuttke, um Vätern den Austausch zu vereinfachen und dafür zu werben, dass sie die angebotenen Instrumente auch wahrnehmen. Gleichzeitig soll bei Kollegen und Führungskräften ein Bewusstsein für die Lage von Vätern geweckt und die Akzeptanz gestärkt werden, wenn diese sich beispielsweise entscheiden, Elternzeit zu nehmen.

Vätern, die nicht das Glück haben, bei ihren Vorgesetzen auf Zustimmung für ihre Pläne zu stoßen, empfiehlt Thomas Wuttke, nicht nur aus der eigenen Rolle zu argumentieren, sondern die Vorteile für den Betrieb aufzuzeigen. „Väter sind keineswegs leistungsschwächer als Männer ohne Kinder. Aber wir wollen unsere Leistungen für den Betrieb auch mit unserer Familie vereinbaren. Außerdem sind Väter, die nicht dauerhaft Schuldgefühle gegenüber ihrer Familie haben, viel engagierter im Beruf.“

(vaeter.nrw)

 

Text aktualisiert am 25. Mai 2016

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