Papa ist Feuerwehrmann

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Gespeichert von chefredakteur am 8. Juni 2016
Feuerwehrmann

Papa ist Feuerwehrmann

Ehrenamt fürs Leben

Zur Freiwilligen Feuerwehr kam Lars Koppmann schon mit 12 Jahren. Sein Vater und sein Opa waren ebenfalls Feuerwehrmänner, sie weckten früh das Interesse des Jungen. Heute engagiert er sich bei der Feuerwehr in seinem Heimatort Leopoldshöhe (Ostwestfalen-Lippe).

 

Als junges Mitglied der Jugendfeuerwehr durfte er sogar zu Einsätzen mitfahren – bis zum Gefahrenbereich. „Das war damals erlaubt, heute ist das zum Glück anders geregelt“, erklärt der zweifache Vater. „Denn das war unheimlich belastend für mich. Nach meinem ersten Einsatz konnte ich die ganze Nacht nicht schlafen, ich musste immerzu an die Familie denken, die unsere Leute aus dem brennenden Haus geholt hatten, und wie es denen wohl geht.“

33 Jahre später verbindet Lars Koppmann viele eindrucksvolle Erlebnisse mit seinem Ehrenamt – und die sind (fast) alle positiv. „Als ich einmal eine alte Dame aus dem Feuer geholt habe, das hat mich sehr berührt, zu sehen, wie sie dort im Rauch lag. Sie wäre ohne uns gestorben, und das ist schon ein unvergleichliches Gefühl, wenn man jemandem das Leben retten kann.“ Stark beeindruckt haben ihn auch die Anwohner bei seinem Einsatz vor Jahren beim Elbehochwasser: „Diese Hilfsbereitschaft – ständig hat uns jemand Kuchen, Tee und vieles mehr gebracht, obwohl es den Menschen dort selber schlecht ging. Und auch diese tiefe Dankbarkeit, die uns da von der Bevölkerung entgegengebracht wurde –das war Wahnsinn.“

Übungen und jede Menge Theorie

„Doch der Alltag meines Ehrenamtes ist wenig spektakulär“, betont Lars Koppmann, der seinen Lebensunterhalt als Werkstattlehrer an einem Berufskolleg verdient. „Alle 14 Tage machen wir drei Stunden lang Übungsdienst: Im Sommer vor allem praktische Übungen, wie einen Dummy aus einem Auto herausschneiden oder wir beschäftigen uns mit alten und neuen Geräten, denn inzwischen haben wir viel Technik – mit der muss man sich auseinandersetzen.“ Im Winter stehen beispielsweise Funkbelehrungen, Atemschutz und Unfallverhütungen auf der Agenda der Feuerwehrmänner und -frauen.

Aber auch das alltägliche Ehrenamt bietet dem Oberbrandmeister Highlights. „Also beim letzten Lehrgang in Münster war ich sehr beeindruckt, wie wir auf Knopfdruck einsatzfähig als Gruppe sind, auch wenn wir uns überhaupt nicht kennen. 20 Leute mit gleicher Ausbildungsstufe begrüßen sich, gehen raus und bringen aus dem Nichts einen korrekten Einsatz über die Bühne. Das gefällt mir gut an meinem Ehrenamt!“

Aktiver Vater und Feuerwehrmann

Lars Koppmann hat eigentlich rund um die Uhr Bereitschaft, seinen Alarmempfänger immer dabei. Doch es gibt verschiedene Alarmierungsstufen in seiner Feuerwehr. So haben alle, die vor Ort arbeiten, tagsüber Bereitschaft, die anderen nachts. Und weil er in Trennung lebt, wechselt er sich mit einem Kollegen ab: Wenn seine Kinder bei ihm sind, fährt Lars Koppmann nicht zur Feuerwehr, dann ist der andere dran – und umgekehrt.

Seine 13-jährige Tochter interessiert sich nicht für sein Ehrenamt, aber auf seinen Sohn hat die Begeisterung abgefärbt: Der 10-Jährige ist in der Jugendfeuerwehr. „Ich habe meine Kinder nie dazu gedrängt“, betont Lars Koppmann – das ist ihm wichtig. „Ole wollte das von sich aus.“ Soviel Engagement ist eben vorbildlich.
(vaeter.nrw)
 

Text aktualisiert am 8. Juni 2016

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