Qualitätszeit mit Kindern: Inseln im Alltag

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Gespeichert von Verena Schmidt am 3. März 2017
Vater schiebt Sohn auf Fahrrad
3. März 2017

Qualitätszeit mit Kindern: Inseln im Alltag

Ablenkung aus, Aufmerksamkeit an

Jeder Vater hat seine eigene Vorstellung davon, was Qualitätszeit mit Kind für ihn persönlich ausmacht. Das kann der gemeinsame Ausflug ins Fußballstadion sein, Geschichten erzählen, am Fahrrad werkeln oder Versteckspielen im Park. Allgemein beschreibt der Begriff die Idee von der begrenzten, aber hochwertigen Zeit fürs Kind. Hochwertig ist dabei jede Zeit und Situation, in der ein Kind sich gesehen und anerkannt fühlt.

 

Womit Väter und Kinder ihre gemeinsame Zeit verbringen, ist zweitrangig – viel wichtiger ist, wie sie es tun. Die besondere Qualität besteht darin, dass es einen intensiven Austausch zwischen Vater und Kind gibt und der Vater dem Kind seine ungeteilte Aufmerksamkeit schenkt. So erfährt das Kind Wertschätzung, es fühlt sich wahr- und ernstgenommen. Das Familienleben steckt täglich voller Gelegenheiten, auf vielfältige Art Qualitätszeit mit dem Kind zu erleben. Laut Professor Klaus Hurrelmann, Sozialisations- und Bildungsforscher an der Universität Bielefeld und an der Hertie School of Governance in Berlin, zeichnet sich Qualitätszeit dadurch aus, dass die Kinder die Aktivitäten in dieser Zeit maßgeblich mitbestimmen. Je älter sie werden, desto deutlicher können sie ihre Interessen artikulieren. Bei jüngeren Kindern sind die Väter mehr auf ihr Gespür angewiesen, um herauszufinden, was ihr Kind im Moment gerne tun würde.

Inseln im Alltag

Klingt aufwändig, da es Ihnen ohnehin oft an Zeit fehlt? Ist es nicht! Viele alltägliche Situationen bieten wertvolle Momente, die Sie leicht zur Qualitätszeit machen können. Sie brauchen Ideen? vaeter.nrw hat einige Beispiele zusammengestellt.

  • Mahlzeiten: Gemeinsam zu essen und sich über das Erlebte auszutauschen, ist zu jeder Tageszeit ein guter Anlass für ein offenes und zugewandtes Gespräch. Vielleicht reicht die Zeit, um auch die Vorbereitungen gemeinsam zu treffen. Beim Gurkenschnippeln und Kartoffelschälen fällt es älteren Kindern oft leichter, ins Erzählen zu kommen.
  • Kindergarten- oder Schulwege: Ein Lied singen, Hand-in-Hand-Gehen oder den Weg mit einem Spiel verkürzen schafft Nähe und sorgt für gute Laune.
  • Haushalt: Regelmäßige Aufgaben wie der Gang zum Altglascontainer, das Säubern des Hamsterkäfigs oder der Wochenendeinkauf können für Kinder  ein wahres Vergnügen sein. Lassen Sie sich anstecken von der kindlichen Begeisterung und entdecken Sie die unterhaltsamen Seiten dieser Arbeiten.
  • Zubettbringen: Wer am Abend für eine entspannte Atmosphäre im Kinderzimmer sorgt, schafft eine gute Voraussetzung für innige Momente zwischen Vater und Kind zum Tagesabschluss. Ein Schlummerlicht stimmt auf die Nacht ein und Abendrituale wie die Gute-Nacht-Geschichte, das Schlaflied oder eine Kuschelzeit mit kleiner Massage helfen, in den Schlaf zu finden.

Zwischen den Welten von Beruf und Familie

Von Beruf auf Familie umzuschalten und in der Situation anzukommen, braucht manchmal einen Augenblick Zeit. Planen Sie deshalb einen Moment für sich ein, um den Kopf frei zu machen. Ihr Kind wird merken, dass Sie dann – zum Beispiel nach einer Tasse Tee – ganz da sind, bereit für den gemeinsamen Abend. Was außerdem hilft:

  • Schaffen Sie sich eine gemeinsame Routine und richten Sie im Wochenverlauf feste Zeiten füreinander ein. Es geht vor allem um die Regelmäßigkeit und Verlässlichkeit der gemeinsam verbrachten Zeit, nicht so sehr um die Dauer.
  • Ablenkung aus, Aufmerksamkeit an: Wenn Handy, Laptop oder Fernseher ausgeschaltet bleiben, fällt es viel leichter, sich ganz dem Kind und dem gemeinsamen Spiel oder Gespräch zu widmen.

Durch die intensiv miteinander verbrachte Zeit lernen Vater und Kind sich gegenseitig sehr gut kennen. Qualitätszeit bringt Spaß und stärkt gleichzeitig die Vater-Kind-Beziehung.
 

Videos zum Thema

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