Tipps zum Taschengeld

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Spardose
26. Oktober 2016

Tipps: Zwischen Konsumrausch und Sparzwang

Tipps zum Taschengeld

Geld ist unser allgegenwärtiges Tauschmittel. Für Arbeitsleistung, Kleidung, Essen oder den Frisörgang. Bei Kleinkindern schaut das noch ganz aus: In ihrem System werden Dinge geschenkt oder direkt getauscht. Meist erst durch Taschengeld lernen Kinder, eigenständig mit Geld umzugehen. Sie entwickeln ein Gefühl für den Wert von Dingen und dafür, mit Geld hauszuhalten. Zum morgigen Weltspartag haben wir ein paar Tipps zusammengetragen.

 

Für viele Kleinkinder ist das ein großer Spaß: beim Bäcker ein Geldstück in die Hand gedrückt bekommen und selbst die Brötchen bezahlen oder am Parkautomaten die Münze in den Schlitz werfen. Was Bezahlen allerdings bedeutet, woher das Geld kommt, welche Funktion es hat und welchen Wert, verstehen zumindest Kindergartenkinder noch nicht. Laut der Untersuchung „Taschengeld und Gelderziehung“ des Deutschen Jugendinstituts bekommen sie erst im Grundschulalter eine Idee von der Beziehung zwischen Geld und Ware – und das beides nur begrenzt vorhanden ist.

Taschengeld ist gut

Für diesen Lernprozess ist es wichtig, dass auch schon die Kleinen den Umgang üben können. Mit eigenem Geld für eigene Sachen. Das erste Taschengeld ist dafür natürlich besser geeignet als eine Münze, die Papa einem beim Bäcker zusteckt. Mit Taschengeld lernen Kinder:

  • Ein Gefühl für den Wert von Dingen zu entwickeln: Was ist teuer, was ist billig und was kann ich mir überhaupt leisten?
  • Wünsche nach Wichtigkeit zu hinterfragen: Was möchte wirklich haben? Worauf kann ich auch verzichten?
  • Mit Frustration umzugehen: Wie schlimm ist es, dass nicht alle materiellen Wünsche zu befriedigen sind?
  • Vorauszuschauen und zu planen: Wie teile ich mir mein Geld ein? Wie funktioniert Sparen?

Worauf achten

Manche Eltern könnten verzweifeln, wenn sie sehen, wofür die Kinder ihr Geld am liebsten ausgeben: Ganz oben stehen Süßigkeiten (66 Prozent), gefolgt von Zeitschriften und Comics mit 50 Prozent sowie Getränken und Fastfood, das von 39 Prozent gerne gekauft wird (KidsVerbraucherAnalyse 2015). Aber die Eltern müssen beim Thema Taschengeld lernen, dass ihre Kinder möglichst frei damit umgehen sollen. Und immerhin: 60 Prozent der Sechs- bis 13-Jährigen sparen auch einen Teil. Ein paar grundsätzliche Dinge sollten sich Eltern bewusst machen: Taschengeld …

  • ist weder Arbeitslohn noch Entschädigung für Hilfsdienste, sondern vereinbarter Anspruch auf einen Teil des Familienbudgets.
  • ist kein Almosen, es wird dem Kind regelmäßig vonden Eltern zugeteilt
  • sollte regelmäßig ausgezahlt werden (zum Beispiel an jedem Wochen-/Monatsanfang) – und ohne dass das Kind darum betteln muss.
  • sollte in fest vereinbarter Höhe gezahlt werden. Möglichst ohne Abstriche oder Nachschläge, damit Kinder lernen, ihr Geld einzuteilen.
  • ist kein Mittel zur Bestrafung oder um Druck auszuüben. Es ist ein fest kalkulierbaresund damit planbares Geldeinkommen.
  • ist nicht in erster Linie Spargeld, es ist vor allem Geld für kurzfristige Wünsche des Kindes. Dennoch: Für besondere Anschaffungen lohnt es sich, Sparziele festzulegen.
  • ist persönliches Geld. Was das Kind damit macht, ist seine Sache – natürlich gilt das nicht für gesundheitsschädliche oder gefährliche Einkäufe.
  • sollte erst bei Jugendlichen dazu dienen, notwendige Alltagsgegenstände (Kleidung, Schulsachen oder Essen) zu kaufen. Dafür sollte es entsprechend angepasst sein.
  • ist üblicherweise nicht die einzige Geldquelle: Hinzu kommen oft Geldgeschenke von Verwandten oder Paten und – mit zunehmendem Alter – Verdienste aus Nebenjobs. Diese Gelder eignen sich fürs Sparen meist besser.
  • ist auch eine Gelegenheit, um mit den Kindern offen über die finanzielle Situation der Familie sprechen.
  • sollte zwischen getrennt lebenden Eltern abgestimmt werden: Höhe, Auszahlung oder eventuelle Sparziele.

Lukas bekommt aber mehr!

Grundschulkindern fällt es meist schwer, sich das Taschengeld über einen ganzen Monat hinweg einzuteilen. Eine wöchentliche Auszahlung ist bei ihnen sinnvoller. Für 10- und 11-Jährige ist die Einteilung nicht mehr eine so große Herausforderung und die Eltern können zur monatlichen Auszahlung übergehen.

Spätestens Schulkinder tauschen sich über die Höhe ihres Taschengelds aus. Dass sich bei dem Vergleich immer jemand findet, der mehr bekommt, sollte Eltern aber nicht von ihrer Linie abbringen. Eine „richtige“ Taschengeldhöhe lässt sich nur innerhalb der Familie bestimmen. Zu unterschiedlich sind die finanzielle Situation, die Geschwisterzahl und andere Faktoren. Papas und Mamas sollten ihren Kindern erklären, warum sie welchen Betrag für angemessen und sinnvoll halten. Aber zumindest als Richtschnur kann die Taschengeldtabelle der Jugendämter gesehen werden:

Die Taschengeldtabelle 2017

Kindesalter Taschengeld
4 bis 5 Jahre 0,5 Euro pro Woche
6 bis 7 Jahre 1,5 bis 2 Euro pro Woche
8 bis 9 Jahre 2 bis 3 Euro pro Woche
10 bis 11 Jahre 13 bis 16 Euro pro Monat
12 bis 13 Jahre 18 bis 22 Euro pro Monat
14 bis 15 Jahre 25 bis 30 Euro pro Monat
16 bis 17 Jahre 35 bis 45 Euro pro Monat
18 Jahre 70 Euro pro Monat

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