Tipps: Zwischen Checklisten, Zweifeln und guten Ratschlägen

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Gespeichert von chefredakteur am 10. Juni 2016
Checkliste mit Stift

Tipps: Zwischen Checklisten, Zweifeln und guten Ratschlägen

Schwangerschaft und Geburt

Wenn Männer erfahren, dass sie Vater werden, empfinden sie meist ein Gefühl des Stolzes und der Freude. Die Vorstellung, die vielen Entwicklungsschritte beim eigenen Kind hautnah mitzubekommen, steigert auch das Selbstwertgefühl. Trotzdem gibt es natürlich eine Menge Fragen, Zweifel und Sorgen, die angehenden Vätern durch den Kopf gehen.

 

Wird das Baby gesund sein? Was kann bei der Geburt alles schief gehen? Genügt das Einkommen? Und vor allem: Schaffe ich das, kann ich ein guter Vater sein? Diese Frage stellen sich werdende Väter genauso häufig wie Mütter. Helfen können Gespräche mit der Partnerin, der Familie oder mit Freunden.

Spannend! Im Guten wie im Schlechten

Bevor werdende Väter ihr Kind in den Armen halten können, müssen sie mit den körperlichen und seelischen Veränderungen ihrer Frau während der Schwangerschaft zurechtkommen. Zur äußerlichen Veränderung können Stimmungsschwankungen und ein ungewöhnliches Essverhalten kommen. Es kommt vor, dass Männer sich ausgeschlossen und verunsichert fühlen. Dazu trägt auch das oft nachlassende Sexualleben bei. Die Veränderungen von Mann und Frau beeinflussen sich wechselseitig und können zu Streit und Krisen führen. Hier sind Toleranz und Kompromissbereitschaft gefragt. Kleine Auszeiten und Vertrauen in das Funktionieren der Partnerschaft helfen in diesen Zeiten, die Herausforderungen zu meistern.

Die Männer können sich aktiv an den Geburtsvorbereitungen beteiligen. Unterstützende Atemtechniken, Schwangerschaftsgymnastik, schmerzlindernde Massagen und gesunde Ernährung in der Schwangerschaft sind Themen der Vorbereitungskurse. Sie sind aber auch ein guter Ort, um Fragen zur Geburt und der ersten Zeit danach zu stellen. Gut informierte Eltern sind entspannter und haben weniger Ängste.

  • Fragen Sie in Beratungsstellen nach Kursen zur Geburtsvorbereitung und nehmen Sie gemeinsam mit ihrer Partnerin teil.
  • Nutzen Sie die Vorsorgetermine gemeinsam, um Sorgen aus dem Weg zu räumen.
  • Ultraschallbilder machen eine abstrakte Schwangerschaft greifbar. Bewegte Bilder und Herztöne des Kindes ermöglichen auch dem Vater einen Zugang zum ungeborenen Kind.
  • Erkundigen Sie sich nach einer Hebamme, die Ihnen schon vor der Geburt zur Seite steht. Die Kosten übernimmt übrigens die Krankenkasse.
  • In den letzten Monaten vor der Geburt ist das Baby sehr aktiv, es klopft häufig gegen die Bauchdecke – eine schöne Möglichkeit, Kontakt aufzunehmen.
  • Gut zu wissen: Sex löst weder vorzeitige Wehen aus, noch gefährdet er das Kind. Schwangerschaften bedeuten also nicht automatisch das Ende der Sexualität. Allerdings ist mit einem dicken Bauch Fantasie gefragt.
  • Unter Umständen ist es für Ihre Partnerin auch schöner, gestreichelt zu werden, statt Geschlechtsverkehr zu haben

Geburt – dabei sein ist alles?

Laut einer Forsa-Umfrage sind 89 Prozent der befragten Männer bei der Geburt ihres Kindes dabei. Junge Väter sind gegenüber der Geburt aufgeschlossener als ältere. Bei den befragten 25- bis 35-Jährigen waren es 95 Prozent, bei den 46- bis 55-Jährigen 78 Prozent. Auch regional ist die Einstellung zum Thema unterschiedlich. Während in den alten Bundesländern 91 Prozent aller Befragten mit im Kreißsaal waren, unterstützen in den neuen Ländern 77 Prozent ihre Partnerin vor Ort.

In Deutschland bringen die weitaus meisten Frauen ihr Kind in einer Klinik zur Welt. Dort findet die Geburt im Kreißsaal statt. Er ist mit allem ausgestattet, was für eine normale Geburt gebraucht wird, aber auch für einen Notfall. Natürlich gibt es dazu auch Alternativen. Um herauszufinden, welcher Geburtsort am besten zu einem passt, sollte man sich Zeit nehmen. Wollen Ihre Partnerin und Sie in einer Geburtsklinik Eltern werden oder kommt für Sie auch eine Haus- oder Geburtshausgeburt in Frage?

  • Informieren Sie sich genau über die Geburt und sprechen Sie mit der Hebamme und Ihrer Partnerin darüber, was von Ihnen erwartet wird.
  • Beachten sollten Männer auch, dass 30 Prozent der Geburten über einen Kaiserschnitt – also eine OP laufen. Die anderen Väter sehen sich unterschiedlicher Formen intensiver Geburtshilfe gegenüber: eingeleitete Geburten, Einsatz von Wehenmitteln, Rückenmarksspritzen, Dammschnitte, Zangen- oder Saugglockengeburten. Auch hier hilft, zu wissen, was einen im Kreißsaal erwartet.
  • Informieren Sie sich vorher über die verschiedenen Techniken der Geburtshilfe im Krankenhaus. Als werdender Vater eine Geburt zu begleiten, heißt vor allem, den Dingen ihren Lauf zu lassen, der Partnerin zu vertrauen und ihr zur Seite zu stehen, wenn sie Hilfe braucht. Vertrauen Sie den Ärzten und Hebammen.
  • Organisieren Sie frühzeitig alles Notwendige, damit Sie Ihre Partnerin auch dann in den Kreißsaal begleiten können, wenn es plötzlich ganz schnell gehen muss: Wissen Arbeitgeber und Kollegen Bescheid? Wer kümmert sich ggf. um die älteren Geschwister des Neuankömmlings?

Du und Ich und unser Kind

Klären Sie frühzeitig, dass Sie, Ihre Partnerin und Ihr Kind nach der Geburt Zeit für sich haben. Gelegenheit für Besuch gibt es noch genug. Nutzen Sie die ersten Tage und Wochen, um eine feste Verbindung zum Kind auszubauen und nehmen Sie sich so viel Zeit bzw. Urlaub wie möglich, um in das neue Leben als Familie hineinzuwachsen.

Wenn bereits Kinder vorhanden sind, brauchen diese ebenfalls Zeit, um sich an die neue Situation zu gewöhnen und zu lernen, dass ihre Eltern sie – trotz aller Zuwendung zum Baby – nicht weniger lieben als früher.

Bitten Sie Verwandte und Freunde um Unterstützung für die ersten Tage nach der Geburt zuhause, damit Sie, Ihre Partnerin und das Kind ausreichend Zeit haben, sich kennenzulernen

Beratung

Es gibt in jeder Stadt und jeder Gemeinde Beratungsstellen für werdende Eltern. Kontakte finden Sie über das Internet bei:

Profamilia

Caritas-Beratung

donum vitae nrw

Evangelische Beratung NRW

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung informiert Sie über Familienplanung, Schwangerschaft und Verhütung.

Ohne Formalitäten geht’s nicht

Die Geburt eines Kindes hat auch eine formale Seite. Je nach individueller Lebenssituation der Eltern gibt es verschiedene bürokratische Aufgaben zu erledigen. Es ist hilfreich, wenn man in dieser sehr emotionalen Lebensphase eine Art Checkliste für die nötigen Behördengänge an der Hand hat. Vaeter.nrw fasst zusammen, was rund um die Geburt zu erledigen ist. Der zweite Teil der Checkliste gibt einen Überblick über häufig gestellte Fragen zu finanziellen Aspekten.

(vaeter.nrw)

 
Text aktualisiert am 10. Juni 2016

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