Ein schwieriges Geschäft: Windelwechsel unterwegs

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Gespeichert von Angelika Främcke am 9. Juli 2017
Vater wickelt Kind auf der Straße
10. Juli 2017

Ein schwieriges Geschäft: Windelwechsel unterwegs

Väter auf der Suche nach öffentlichen Wickelplätzen

Das Baby hat die Windeln voll und muss dringend gewickelt werden. Für Mütter keine große Sache: Ein Wickelplatz findet sich auf fast allen Damentoiletten. Für Väter dagegen kann sich eine volle Windel unterwegs zu einem echten Problem auswachsen.

 

Wickelplätze auf Herrentoiletten sind noch immer die Ausnahme – und die Damentoilette dürfen Männer nicht benutzen. Was also tun als wickelnder Vater? Der Überblick von vaeter.nrw liefert sichere und saubere Tipps für dringende Geschäfte.

Wichtig für die Gleichberechtigung: Wickelplätze für alle

Die USA sind auf dem Weg zur Wickel-Gleichberechtigung bereits ein großes Stück weiter: Der im Jahr 2016 verabschiedete Bathrooms Accessible in Every Situation Act – kurz BABIES-Act – schreibt gesetzlich vor, dass in jedem öffentlichen staatlichen Gebäude in den USA Wickeltische in den Toilettenräumen zur Verfügung stehen müssen, zugänglich für Frauen und Männer. Was nach einer vermeintlichen Kleinigkeit aussieht, ist für Fachleute ein wichtiger Schritt hin zu mehr Familienfreundlichkeit und Geschlechtergerechtigkeit.

Sauber und sicher – die besten Wickelplatz-Tipps

In Deutschland sind  entsprechende Regelungen noch nicht in Sicht. Doch auch hierzulande hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan. Väter, die alleine mit Babys und Kleinkindern unterwegs sind, sind keine Randerscheinung mehr. Öffentliche Einrichtungen und Geschäfte stellen sich zunehmend auf diese Entwicklung ein.

Hier finden sich (fast immer) für Väter zugängliche Wickelplätze:

  • Viele Geschäfte, Kaufhäuser und Einkaufszentren haben geschlechtsneutrale Wickelräume eingerichtet. Auf Nachfrage erhalten Eltern hier häufig auch kostenlose Windeln und die nötigen Pflegeprodukte.
  • Drogeriemärkte: Verschiedene Drogerieketten bieten in ihren Filialen öffentliche Wickelplätze inklusive Windeln und Pflegeprodukten. Der Vorteil: Die Geschäfte finden sich fast überall in der Stadt. Der Nachteil: Man wickelt häufig mitten im Laden unter den Blicken anderer Kunden.
  • Öffentliche Gebäude: Ämter, Universitäten oder Gerichte bemühen sich im Rahmen von Gleichstellungskonzepten darum, Wickelplätze einzurichten, die von Vätern ebenso wie von Müttern genutzt werden können. Häufig befinden sich diese im Vorraum der Damentoilette. Ein entsprechender Hinweis an der Tür erlaubt dann auch Vätern den Zutritt.
  •  Hilfreich sind Webseiten und Apps, auf denen neben zahlreichen anderen kinderfreundlichen Orten auch Wickelplätze eingezeichnet sind, wie zum Beispiel daipa.de und babyplaces.de.

Vorbereitet auf alle Fälle: Was immer im Gepäck sein sollte

Kein richtiger Wickelplatz in Sichtweite? Viele Väter wickeln in solchen Situationen auf Parkbänken, Wiesen oder auch in der Nische in einem Café. Wichtig ist es hier, auf die Sicherheit des Kindes zu achten: Von einer Bank kann ein Baby noch viel schneller herunterfallen als von einem Wickeltisch. Entsprechend umsichtig sollte gewickelt werden – Feuchttücher und die frische Windel müssen unbedingt vorher griffbereit gelegt werden, um dann ohne Ablenkung wickeln zu können. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Hygiene: (Einweg-)Wickelunterlagen und eine Decke leisten beim Windelwechsel unterwegs gute Dienste und sollten deshalb immer mit in die Wickeltasche gepackt werden.

 

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