FAQ Elterngeld

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Gespeichert von chefredakteur am 11. Juni 2016
Mann und schwangere Frau legen die Hände auf ihren Bauch
27. Juni 2016

FAQ Elterngeld

Hier finden Sie wichtige Informationen zum Elterngeld

Elternzeit ist Kinderzeit. Immer mehr Väter nutzen die Chance um – besonders in den ersten Lebensjahren des Kindes – für die Familie da zu sein und ihr Kind intensiv kennenzulernen. Wer ein Kind bekommt, ein Baby adoptiert oder in Vollzeitpflege nimmt, hat Anspruch auf Elterngeld.

 
Wo muss ich das Elterngeld beantragen?

Elterngeld können Sie bei Elterngeldstellen der Kreise und kreisfreien Städte in Nordrhein-Westfalen beantragen.

Die für Sie zuständieg Elterngeldstelle finden Sie hier.

Welche Unterlagen muss ich dem Antrag beifügen?

Bitte schicken Sie mit Ihrem Antrag immer die Original-Geburtsurkunde Ihres Kindes ein. Sofern Sie vor der Geburt eine nichtselbständige Tätigkeit ausgeübt haben, fügen Sie auch Einkommensnachweise aus den 12 Monaten vor der Geburt bzw. vor dem Beginn der Mutterschutzfrist bei. Wenn Sie Mutterschaftsgeld erhalten, benötigen wir auch einen Nachweis über die Höhe und die Dauer des Mutterschaftsgeldes und des Arbeitgeberzuschusses während des Beschäftigungsverbotes. Wenn Sie aus einem Staat kommen, der nicht zur Europäischen Union gehört, benötigen wir außerdem eine Kopie Ihres "Aufenthaltstitels" – das heißt, Ihrer Aufenthaltserlaubnis oder Ihrer Niederlassungserlaubnis. So können wir Ihren Antrag schneller bearbeiten.

Bis wann muss ich den Antrag stellen?

Elterngeld kann rückwirkend nur für höchstens drei Monate gezahlt werden. Die drei Monate werden ab dem Tag berechnet, an dem Ihr Antrag bei der Stadt bzw. beim Kreis eingeht. Ihr Antrag sollte der dortigen Elterngeldstelle daher spätestens drei Monate nach dem Beginn des Zeitraums vorliegen, für den Sie Elterngeld beantragen.

Beispiel:

Ihr Kind wird am 15. Januar 2016 geboren. Sie selbst möchten für die sieben Monate ab Geburt Elterngeld beantragen, Ihre Partnerin/Ihr Partner für die sieben Monate danach (also ab dem 15. August 2016). Ihr eigener Antrag muss bei der Stadt bzw. beim Kreis spätestens am 15. April 2016 eingegangen sein, der Ihrer Partnerin/Ihres Partners am 15. November 2016.

 

Muss ich vor der Geburt des Kindes gearbeitet haben, um das Elterngeld zu erhalten?

Nein. Sie können auch dann Elterngeld erhalten, wenn Sie in den maßgeblichen 12 Monaten vor der Geburt Ihres Kindes nicht gearbeitet haben. In diesem Fall steht Ihnen bei Vorliegen der sonstigen Voraussetzungen ein Sockelbetrag in Höhe von 300 € zu. Es haben also z.B. auch Schüler und Schülerinnen und Studierende Anspruch auf Elterngeld in Höhe des Mindestbetrages.

Wie lange erhalte ich Elterngeld?

Sie haben die Wahl zwischen dem (herkömmlichen) Basis-Elterngeld und dem Elterngeld Plus. Beides können Sie auch kombinieren.

Wenn Sie sich ausschließlich für das Basis-Elterngeld entscheiden, können Sie Elterngeld nur in den ersten 14 Lebensmonaten Ihres Kindes in Anspruch nehmen. Grundsätzlich kann ein Elternteil höchstens für 12 Monate Elterngeld beantragen. Anspruch auf zwei weitere Monatsbeträge haben die Eltern, wenn auch der andere Elternteil mindestens zwei Monate lang Elterngeld bezieht. Die Zeit, in der die Mutter Mutterschaftsgeld einschließlich Arbeitgeberzuschuss bezieht, wird auf die Zeit, für die der Mutter Elterngeld zusteht, angerechnet, auch, wenn sie für die Dauer der Schutzfrist kein Elterngeld beantragt. Voraussetzung für die Partnermonate ist, dass auch der andere Elternteil für zwei Monate nicht mehr als durchschnittlich 30 Stunden in der Woche erwerbstätig ist. Außerdem muss sich bei einem der beiden Elternteile das Erwerbseinkommen vermindern.

Statt eines Basis-Elterngeldmonats können Sie jedoch auch zwei Elterngeld Plus-Monate in Anspruch nehmen. Dadurch können Sie auch über den 14. Lebensmonat des Kindes hinaus Elterngeld beziehen, wenn auch in geringeren Monatsbeträgen.

Wenn Sie die Voraussetzungen für den Partnerschaftsbonus erfüllen, können Sie die Zeit Ihres Elterngeldbezugs zusätzlich verlängern. Anspruch auf den Partnerschaftsbonus haben Elternpaare, die in vier aufeinanderfolgenden Lebensmonaten jeweils 25 bis 30 Wochenstunden arbeiten. Bei Paaren, die diese Voraussetzungen erfüllen, erhalten beide Elternteile einen Partnerschaftsbonus in Form von vier zusätzlichen Elterngeld Plus-Monaten.

 

Wie lange erhalten Alleinerziehende Elterngeld?

Alleinerziehende, die das Elterngeld zum Ausgleich wegfallenden Erwerbseinkommens beziehen, erhalten alleine für die vollen 14 Monate Elterngeld. Bedingung ist, der alleinerziehende Elternteil die Voraussetzungen für den steuerlichen Entlastungsbetrag für Alleinerziehende gem. § 24b Absatz 1 und 2 Einkommensteuergesetz (EStG) erfüllt und der andere Elternteil weder mit ihm noch mit dem Kind in einer Wohnung lebt. Das Kind muss mit der alleinerziehenden Person in einem Haushalt leben und die alleinerziehende Person darf keine Haushaltsgemeinschaft mit einer anderen volljährigen Person haben.

Wie können die Eltern den Elterngeldanspruch untereinander aufteilen?

Beim Basis-Elterngeld gibt es bis zum 14. Lebensmonat des Kindes für jeden Monat einen Monatsbetrag, insgesamt also maximal vierzehn. Die Eltern können die Anzahl der Monatsbeträge bis auf die zwei Partnermonate frei untereinander aufteilen. Sie können Elterngeld nacheinander oder gleichzeitig in Anspruch nehmen. Bei gleichzeitigem Bezug reduziert sich aber die Laufzeit entsprechend.

Beispiel:

  • Ein Elternteil kann in den Lebensmonaten 1 bis 12 und der andere Elternteil in den Lebensmonaten 13 und 14 Elterngeld beziehen.
  • Beide Eltern können in den ersten 7 Monaten Elterngeld gleichzeitig beziehen. Dann sind die Beträge für 14 Monate ebenfalls verbraucht.

Die Eltern können die Monatsbeträge auch dann frei untereinander aufteilen, wenn sie diese (oder einen Teil davon) in Elterngeld Plus-Monate umwandeln.

 

Welches Einkommen wird bei der Berechnung des Elterngeldes zu Grunde gelegt?

Die Höhe des Elterngeldes orientiert sich am durchschnittlichen Einkommen aus Erwerbstätigkeit, das vor der Geburt erzielt wurde. Zum Einkommen aus Erwerbstätigkeit gehören Einkünfte aus einer nichtselbständigen Tätigkeit, aus einer selbständigen Tätigkeit, Gewerbetrieb und Land- und Forstwirtschaft. Andere Einkünfte, wie zum Beispiel Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung oder Kapitalvermögen bleiben unberücksichtigt. Das Einkommen des anderen Elternteils hat auf die Höhe Ihres Elterngeldes keinen Einfluss. Zum Einkommen aus Erwerbstätigkeit zählt auch der Verdienst aus einer geringfügigen Beschäftigung (400 €, Minijob).

Einmal-, Sonderzahlungen wie z.B. Urlaubs- und Weihnachtsgeld oder Jubiläumszuwendungen werden bei der Ermittlung des Erwerbseinkommens nicht berücksichtigt.

Wenn Sie vor der Geburt erwerbstätig, aber nicht selbständig tätig waren, zählt für das Elterngeld das Einkommen aus den zwölf Monaten vor der Geburt. Waren Sie dagegen (auch) selbständig tätig, zählt bei der Berechnung von Elterngeld das Einkommen aus dem letzten steuerlichen Veranlagungszeitraum, der vor der Geburt des Kindes geendet hat. Als Nachweis dient in diesem Fall der entsprechende Steuerbescheid.

Maßgeblich ist jeweils das Nettoeinkommen. Um dieses zu ermitteln, werden bei der Berechnung von Elterngeld nicht mehr die tatsächlich gezahlten Steuern und Sozialabgaben abgezogen, sondern gesetzlich festgelegte Pauschalen, die den tatsächlichen Abzügen ungefähr entsprechen. Hierdurch kann Ihr Antrag einfacher und schneller bearbeitet werden.

 

Muss man 12 Monate vor der Geburt erwerbstätig gewesen sein, um einen Anspruch auf Elterngeld zu haben?

Nein. Nur: Je kürzer der Zeitraum war, in dem im Jahr vor der Geburt Einkommen erzielt wurde, desto geringer fällt das Elterngeld grundsätzlich aus.

In welcher Höhe wird das Elterngeld gezahlt?

Wenn Sie in den zwölf Monaten vor der Geburt des Kindes keine Einkünfte aus Erwerbstätigkeit erzielt haben, steht ein Mindestbetrag von monatlich 300 € zu.

Sofern das Elterngeld aus einem vorangegangenen Erwerbseinkommen berechnet werden soll, beträgt dies in der Regel 67% Ihres durchschnittlichen Nettoeinkommens aus dem 12-Monatszeitraum vor der Geburt/vor der Mutterschutzfrist. Mutterschaftsgeld und Arbeitgeberzuschuss sowie beamtenrechtliche Bezüge werden auf das Elterngeld angerechnet.

Beträgt Ihr durchschnittliches monatliches Nettoeinkommen in dem 12-Monatszeitraum weniger als 1.000 €, erhöht sich der Prozentsatz von 67 % wie im nachstehenden Beispiel beschrieben:

Beispiel:

  • Durchschnittliches Einkommen vor Geburt: 400 €
  • Differenz zu 1.000 €: 600 €
  • 600 : 2 x 0,1 = 30%
  • 67% + 30 % = 97%
  • zustehendes Elterngeld:
  • 97% von 400 € = 388 €

Beträgt Ihr durchschnittliches monatliches Nettoeinkommen in dem 12-Monatszeitraum zwischen 1.200 € und 1.240 €, reduziert sich der Prozentsatz von 67% wie im nachstehenden Beispiel beschrieben.

Beispiel:

  • Durchschnittliches Einkommen vor Geburt: 1.220 €
  • Differenz zu 1.200 €: 20 €
  • 20 : 2 x 0,1 = 1%
  • 67% - 1 % = 66%
  • zustehendes Elterngeld:
  • 66% von 1.220 € = 805,20 €

Beträgt Ihr durchschnittliches monatliches Nettoeinkommen in dem 12-Monatszeitraum 1.240 € oder mehr, beträgt Ihr Elterngeld 65% dieses Einkommens.

Diese Regelungen gelten auch für Monate, in denen statt eines Basis-Elterngeldmonats zwei Elterngeld Plus-Monate in Anspruch genommen werden. Nur wer so viel verdient, dass das Finanzamt von ihm die sogenannte "Reichensteuer" verlangt, hat keinen Anspruch auf Elterngeld. Das betrifft Alleinerziehende, die im Kalenderjahr vor der Geburt mehr als 250.000 Euro versteuern mussten, und Elternpaare, die zusammen mehr als 500.000 Euro zu versteuerndes Einkommen hatten.

 

Werden Geschwisterkinder bei der Berechnung des Elterngeldes berücksichtigt?

Familien mit mehr als einem Kind können einen Geschwisterbonus erhalten.

Dieser Geschwisterbonus beträgt 10 v.H. des errechneten Elterngeldes, mindestens jedoch 75 € im Monat. Steht nur der Mindestbetrag in Höhe von 300 € zu, erhöht sich dieser durch den Geschwisterbonus auf 375 €. Bei zwei Kindern im Haushalt besteht der Anspruch auf den Geschwisterbonus solange, bis das ältere Geschwisterkind drei Jahre alt ist. Bei drei und mehr Kindern im Haushalt genügt es, wenn mindestens zwei Kinder das sechste Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Mit dem Ende des Monats, in dem das ältere Geschwisterkind seinen dritten bzw. sechsten Geburtstag vollendet, entfällt der Erhöhungsbetrag. Die Altersgrenze beträgt bei behinderten Kindern (GdB mindestens 20) jeweils 14 Jahre.

 

Wie hoch ist das Elterngeld bei Mehrlingsgeburten?

Zusätzlich zum errechneten Elterngeld werden für jeden Mehrling 300 € gezahlt. Daneben kann auch ein Geschwisterbonus gezahlt werden, wenn bereits ältere Kinder vorhanden sind.

Kann ich in Teilzeit arbeiten, während ich Elterngeld bekomme?

Während Sie Elterngeld bekommen, dürfen Sie wöchentlich bis zu 30 Stunden arbeiten. Die dabei erzielten Einkünfte werden bei der Bemessung des Elterngeldes berücksichtigt.

Wie wirkt sich mein Einkommen aus einer Tätigkeit während des Elterngeldbezuges aus?

Ihr Einkommen aus einer Teilzeittätigkeit während des Elterngeldbezuges wird ebenso angerechnet, wie mögliche Einkünfte aus selbständiger Arbeit, Gewerbebetrieb oder Land- und Forstwirtschaft. Auch so genannte Entgeltersatzleistungen, die Sie eventuell erhalten, werden berücksichtigt (zum Beispiel Arbeitslosengeld, Krankengeld).

Beispiel:

  • Durchschnittliches Einkommen vor der Geburt: 2.000 €
  • abzüglich voraussichtliches durchschnittliches Einkommen nach der Geburt 1.200 €
  • Differenz: 800 €
  • davon 67% = zustehendes Elterngeld 536 €

Wer für Monate, in denen sie oder er Teilzeiteinkommen bezogen hat, statt des Basis-Elterngeldes das Elterngeld Plus wählt, muss sich dagegen deutlich weniger von diesem Einkommen auf das Elterngeld anrechnen lassen. Konkrete Rechenbeispiele finden sich in der Broschüre des Bundesfamilienministeriums zum Elterngeld Plus .

 

Wird das Elterngeld auf das Arbeitslosengeld II ("Hartz IV") angerechnet?

Grundsätzlich ja. Wer aber vor der Geburt gearbeitet und nur ergänzend Arbeitslosengeld II bezogen hat, bekommt einen Teil des Elterngelds zusätzlich zum Arbeitslosengeld II. Dieser Teil entspricht der Höhe des durchschnittlichen Monatseinkommens vor der Geburt, beträgt aber höchstens 300 €.

Beispiel:

  • Durchschnittliches Einkommen vor der Geburt: 200 € Erwerbseinkommen + ergänzend Arbeitslosengeld II
  • Nach der Geburt besteht Anspruch auf Elterngeld in Höhe des Mindestbetrags von 300 €; außerdem besteht ein Anspruch auf Arbeitslosengeld II.
  • Von dem Elterngeld bleiben 200 € (= durchschnittliches monatliches Erwerbseinkommen vor der Geburt) anrechnungsfrei; die restlichen 100 € werden auf das Arbeitslosengeld II angerechnet.
Wo erhalte ich Antwort auf Fragen zum Thema Elternzeit?

In unserem Beitrag Häufig gestellte Fragen zum Thema Elternzeit [LINK].

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