Fachleute diskutieren Väterfreundlichkeit in Gesellschaft und Unternehmen

Bild des Benutzers Verena Schmidt
Gespeichert von Verena Schmidt am 31. Mai 2017
Von links nach rechts: Claudia Pischel (Kath. Bildungsstätte Olpe), Nicole Trettner, Ansgar Röhrbein, Anna Hoff, Ehepaar Heinz und Claudia Brüggemann, Marcus Schmitz, Susanne Stelzer (Kath. Bildungsstätte Olpe), Hans-Georg Nelles
28. Juni 2017

Fachleute diskutieren Väterfreundlichkeit in Gesellschaft und Unternehmen

Tagung der Katholischen Bildungsstätte Olpe bringt Akteure der Region zusammen

Unter dem Motto „Vater ist, was du draus machst!“ veranstaltete die Katholische Bildungsstätte Olpe im März 2017 eine Fachtagung. Ziel war es, das Thema „Väterfreundlichkeit“ aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten und Akteure aus der Region zusammenzubringen. In vier Vorträgen informierten Fachleute aus Forschung, Beratung und Wirtschaft über die Ergebnisse neuer Studien, stellten aktuelle Trends und väterfreundliche Unternehmensmodelle vor.

 

Der erfahrene Familientherapeut Ansgar Röhrbein, Lüdenscheid, zeigte in seinem Vortrag „Vater werden – Vater sein. Gestalte die Rolle deines Lebens“ auf, wie sich die Aufgaben und Bedürfnisse von Vätern entsprechend verschiedener Familienphasen verändern und wie Familien damit umgehen können. Der Experte lädt Väter dazu ein, mit Blick auf die Herkunftsfamilie, die eigene Partnerschaft, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Erziehung der Kinder den persönlichen Standort zu bestimmen. Die Kernfragen, die sich Väter dabei stellen können, formuliert er folgendermaßen: „Was für ein Vater möchte ich eigentlich sein?“ und „Was sollen meine Kinder in zwanzig Jahren über mich erzählen?“. Aus der Auseinandersetzung mit diesen Fragen könnten Väter neue Handlungsmuster und ein neues Selbstverständnis entwickeln, unterstrich Ansgar Röhrbein.

Väter zu neuen Familien- und Arbeitsmodellen ermutigen 

Hans-Georg Nelles von der Fachstelle Väterarbeit in NRW aus Düsseldorf gab Denkanstöße zu „Elternzeit – Möglichkeiten und Perspektiven für Väter“. Trotz verschiedener Möglichkeiten Elternzeit partnerschaftlich zu teilen, fühlten sich Väter– aus Furcht vor beruflichen Nachteilen– in ihrer Rolle als Ernährer gefangen. Dies zeigten aktuelle Studien. Es sei Zeit umzudenken: Das Elterngeld Plus ermögliche Vätern und Betrieben, neue Arbeitszeitmodelle auszuprobieren. Hans-Georg Nelles hält eine begleitende Beratung in den Betrieben sowie eine Kultur gegenseitiger Wertschätzung für wünschenswert und regte sowohl Väter als auch Personalverantwortliche dazu an, individuelle Lösungen auszuhandeln.

Marcus Schmitz von der IGS-Unternehmensberatung in Köln beschrieb Faktoren, welche die „derzeitige und zukünftige Welt für Väter“ beeinflussen werden, wie zum Beispiel der Trend zur egalitären Partnerschaft und damit verbundene individuelle Aushandlungsprozesse oder die Teilhabe am Familienleben als neue Wertvorstellung vieler Väter. Der Berater ermunterte die neue Generation von Vätern, ihr Selbstbewusstsein für individuelle Lösungen zu nutzen.

Unternehmen Hering-Bau geht mit gutem Beispiel voran

Wie „Gelebte Familienfreundlichkeit im Unternehmen“ aussehen kann, beschrieb Nicole Trettner, Personalmanagerin der Hering GmbH & Co KG aus Burbach. Sie stellte konkrete Maßnahmen vor, mit denen das Unternehmen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf seit dem Jahr 2006 bewusst und erfolgreich fördere:

  • Flexible Arbeitszeiten
  • Verständnis und Wertschätzung durch Vorgesetzte
  • Rücksichtnahme auf verschiedene Lebensphasen von Männern und Frauen
  • Elternzeit und Teilzeit auch für Väter
  • Arbeit im Homeoffice
  • Lebensarbeitszeitkonto

Wichtige Voraussetzung für den Erfolg der Maßnahmen sei die offene Kommunikation zwischen Führungskräften und Beschäftigten. Es könnten zwar nicht alle Wünsche erfüllt werden, räumte Nicole Trettner ein, doch es bestünde seitens des Betriebes stets Offenheit zum Dialog, wenn Väter und Mütter ihre Wünsche einbrächten. Im gemeinsamen Gespräch werden Lösungen gefunden, die langfristig für alle Beteiligten zufriedenstellend sind.

Bei Interesse an weiteren väterspezifischen Angeboten geben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der katholischen Bildungsstätte Olpe gerne Auskunft:

Katholische Bildungsstätte für Erwachsenen- und Familienbildung
Tel.: 02761 / 94220- 0
E-Mail: info@kbs-olpe.de

 

IHRE MEINUNG IST GEFRAGTKommentare und Fragen

Please login to comment
Login/Register